Hedge-Fonds
Insider-Skandal in den USA weitet sich aus

Die US-Finanzbehörden sind womöglich einem weit verzweigten Insidernetz auf der Spur. Nachdem am Freitag der Hedge-Fonds-Chef Raj Rajaratnam und weitere Spitzenmanager verhaftet wurden, stehen US-Medien zufolge weitere Festnahmen kurz bevor. Der aus Sri Lanka stammendenden Rajaratnam soll zudem Verbindungen zu Terroristen in seiner Heimat haben.
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HB NEW YORK. Der wohl größte Insiderhandel-Skandal eines Hedge-Fonds in der Geschichte der Wall Street zieht große Kreise. Nach dem spektakulären Fall des Milliardärs und Hedge-Fonds-Chefs Raj Rajaratnam sind laut US-Medien weitere Festnahmen wahrscheinlich. Spekuliert wird auch über Finanzkontakte des in Sri Lanka geborenen Managers zu dortigen Rebellen.

Die Wall Street wird vom mutmaßlichen Insiderhandel Rajaratnams schwer erschüttert. Die Behörden hatten den 52-Jährigen und fünf Spitzenmanager am Freitag festgenommen. Sie sollen mit verbotenen Aktiengeschäften rund um Konzerne wie Intel, IBM und Google etwa 20 Millionen Dollar (13,4 Mio Euro) verdient haben. Rajaratnam selbst beteuert weiter seine Unschuld.

Die Fahnder seien mehreren Netzwerken ähnlicher Finanzbetrüger auf der Spur, so der Wirtschaftsdienst Bloomberg am Montag unter Verweis auf Insider. Einige Verdächtige hätten Verbindungen zu Rajaratnam. Aber auch unabhängige Fälle seien im Visier der Behörden. Mehrere Ex- Kollegen des Hedge-Fonds-Managers helfen den Ermittlern dem „Wall Street Journal“ zufolge bei der Untersuchung gegen Rajaratnam.

In getrennten früheren Ermittlungen habe sich überdies eine Spur von Rajaratnam zu den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) ergeben, so das Blatt unter Berufung auf damit vertraute Personen. Von Rajaratnam an eine Hilfsorganisation in den USA gespendetes Geld sei letztlich bei den Rebellen gelandet, die von der Regierung auf Sri Lanka inzwischen besiegt wurden. Auch diese Vorwürfe streitet Rajaratnam über seine Anwälte in US-Medien ab.

Rajaratnam ist Gründer des 1997 gestarteten weltweit agierenden Hedge-Fonds Galleon. Er begann seine Karriere an der Wall Street in den 90er Jahren als Analyst in der Tech-Branche. Dem Manager drohen laut US-Medien bis zu 20 Jahre Haft, einige sprechen gar von lebenslänglich. Gegen eine Kaution von 100 Millionen Dollar ist er derzeit auf freiem Fuß.

Der mutmaßliche Insiderhandel war durch einen ehemaligen Komplizen aufgedeckt worden. Die illegalen Geschäfte sollen bereits seit mehreren Jahren gelaufen sein. Die Fahnder hörten erstmals wie im Anti-Terrorkampf Telefongespräche ab und werteten systematisch Daten zu Aktiengeschäften aus.

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