Hedge-Fonds-Manager: Paulson ruft zur Steuerflucht auf

Hedge-Fonds-Manager
Paulson ruft zur Steuerflucht auf

Der bekannte US-Milliardär und Hedge-Fonds-Manager John Paulson demontiert sein eigenes Denkmal: Nach spektakulären Verlusten legt er nun einen umstrittenen Fonds auf. Anleger sollen damit vor allem Steuern sparen.
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New YorkNach seinem spektakulären Verlusten mit Gold-Investitionen sorgt US-Milliardär John Paulson erneut für negative Schlagzeilen. Der Hedge-Fonds-Manager – der vergangene Woche mehr als 300 Millionen Dollar aus seiner Privatschatulle in den Sand gesetzt hat – will nun Investoren dabei helfen, ihre Einkommensteuerpflicht in den USA zu reduzieren. Dazu legt Paulson, der kürzlich selbst aus Steuergründen eine Übersiedlung nach Puerto Rico erwog, einen neuen Hedgefonds auf.

Paulsons 18 Milliarden Dollar schwere Hedge-Fonds-Gesellschaft hat potenzielle Investoren für den 24. April nach New York eingeladen. Dort wird Paulsen, 57, seinen neuen Premium-Fonds vorstellen, der als „Risiko-Arbitrage-Fonds für Investoren, die nach Möglichkeiten suchen, Einkommenssteuern zu reduzieren“, beschrieben wird.

Während der auf 75 Minuten angesetzten Präsentation ist auch eine Viertelstunde für eine Diskussion über Investments vorgesehen, bei denen die Steuerpflicht entweder ganz entfällt oder aber in die Zukunft verschoben wird. Das geht aus der Einladung hervor, die der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Nachdem Paulsons Hedgefonds in den vergangenen Jahren immer schlechter liefen, will er wohl Investoren mit anderen Mittel anlocken – und riskiert damit nicht nur die eigene Reputation. „Er ist offenbar mehr darauf bedacht, Einkommenssteuern zu vermeiden als Erträge für seine Investoren zu erzielen“, kommentiert Brad Alford, Chef von Alpha Capital. Er leitet einen Dach-Investmentfonds, der in Hedgefonds investiert. „Das rückt Milliardäre in schlechtes Licht“.

Paulson, der 2007 mit Wetten gegen die US-Subprime-Hypotheken zum Milliardär wurde, erwog nach Puerto Rico umzuziehen, um die dortigen günstigen neuen Steuergesetze zu nutzen. Er verwarf die Idee im März wieder. Paulson versucht, sich von Verlusten bei einigen seiner Investmentstrategien in den letzten zwei Jahren zu erholen. Ein Sprecher für Paulsons Firma wollte sich zu dem geplanten neuen Hedgefonds nicht äußern.

Paulsons Advantage Plus Fund, einst Teil der wichtigsten Anlagestrategie seiner Gesellschaft, hat seit Ende 2010 rund 58 Prozent verloren. Das heißt, die Investoren mussten in den letzten beiden Jahren keine Steuern auf die Anlage zahlen. Fünf weitere Anlagestrategien von Paulson haben dieses Jahr unter ihren sogenannten Hochwassermarken begonnen, was die Investoren in eine günstige steuerliche Situation bringt.

Paulson und seine Mitarbeiter dürften von dem neuen Hedgefonds profitieren, denn auf sie entfallen 60 Prozent des Vermögens der Gesellschaft. Der Fusions-Fonds von Paulson hat seit Ende 1994 jährlich durchschnittlich 15 Prozent eingebracht und eine gehebelte Version hat seit Auflegung 2003 19 Prozent gewonnen. Diese Hedgefonds haben im ersten Quartal ihre Hochwassermarken überstiegen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hedge-Fonds-Manager: Paulson ruft zur Steuerflucht auf"

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  • Hallo Frank.
    Wenn die Bankenunion und die gemeinsame Einlagensicherung der EU-Pleitegeier kommen, sind auch Sparkassen- oder Volksbanken-Einlagen nicht mehr sicher.

  • Paulso war doch der Typ der seine Wette gegen den Euro haushoch verloren hatte. Dem Typen würde ich mein Geld aufjedenfall nicht anvertrauen. Der weckt bei mir Erinnerungen an Madoff.

    Ansonsten würde ich mein Geld einfach zur Sparkasse bringen und gut is! Selbst wenn die Inflation das Vermögen langsam auffrisst würde ich es dort hinbringen, denn immerhin bereitet es mir keine schlaflosen Nächte und riskiere innerhalb von Stunden mit nix dazustehen.

  • Paulson ist ein kluger Mann.

    Wer seine Hedgefonds kauft, muss eh keine Einkommensteuer zahlen, da er nur Verluste macht. Das Geile ist, sein Unvermögen jetzt als Geschäftsmodell anzupreisen.

    Ich mag den Kerl. :-)

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