Hedge-Fonds
Neuer Schock für Banken

Die Schließung zweier milliardenschwerer Hedge-Fonds des Londoner Anbieters Peloton hat Befürchtungen über eine Ausweitung der aktuellen Finanzkrise ausgelöst. Das Unternehmen sorgt mit der Schließung der Hedge-Fonds für eine neue Hiobsbotschaft am globalen Kreditmarkt. Trotz exzellenter Wertentwicklung gerät nun ein weiterer Fonds in Schwierigkeiten.

FRANKFURT. "Es besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft größeren Schaden davonträgt als der Konsens zeigt", schrieb Geraud Charpin, Chef-Kreditstratege Europa bei UBS in einer Studie. Er rechnet nun damit, dass Banken weltweit wegen der Krise mindestens 600 Mrd. Euro an Verlusten einfahren werden. Bislang lagen die Schätzungen im Bereich von 350 Mrd. Euro. In der seit dem Sommer anhaltenden Krise wurden bis 160 Mrd. Euro an Belastungen ausgewiesen. Der Zusammenbruch des Fonds von Pelotons sollte Investoren daran erinnern, dass sich ein aufsteigender Star ganz schnell in einen gefallenen Engel wandeln könne, schrieb Charpin in der Studie.

Die britische Hedge-Fonds-Gesellschaft Peloton Partners hat seinen durch Forderungsrechte besicherten Peloton ABS Master Fund im Anlagevolumen von zwei Mrd. Dollar geschlossen und nimmt zumindest vorerst keine Fondsanteile mehr zurück. Damit hat das erst im Jahr 2005 von den beiden ehemaligen Goldman-Sachs-Experten Ron Beller und Geoffrey Grant gegründete Unternehmen, das etwa 70 Mitarbeiter in London und Kalifornien beschäftigt, für neues Ungemach am globalen Kreditmarkt gesorgt und die ohnehin stark angespannte Stimmung weiter eingetrübt.

Beller und Grant informierten ihre Anteilseigner Ende der vergangenen Woche nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in einem Schreiben über die jüngste Entwicklung. Nach Angaben von Reuters hat Peloton in diesem Schreiben erklärt, man erwäge verschiedene Optionen. Die Überlegungen reichten bis hin zum Verkauf des gesamten Kreditportfolios. Einige Anzeichen würden dafür sprechen, so hieß es am Freitag in New York, dass Peloton in diesem Zusammenhang unter anderem die Citadel Investment Group angesprochen hat. Bekanntlich hatte dieser weltweit führende Anbieter von Alternativ-Investments in der Vergangenheit bereits Vermögenswerte von Hegde-Fonds übernommen, die in Schwierigkeiten geraten waren. Dazu gehören Gesellschaften wie Amaranth im Jahr 2006 und Sowood Capital im Jahr 2007. Eine Bestätigung für Gespräche zwischen Citadel und Peloton gab es indes nicht.

"Wir wurden von dieser Entwicklung völlig überrascht", sagte ein aus dem institutionellen Umfeld kommender amerikanischer Anteilseigner. Dies vor allem deshalb, weil der ABS-Fonds noch im vergangenen Jahr als einer der Gewinner der Finanzkrise galt, nachdem er ein Plus von mehr als 80 Prozent ausgewiesen hatte. Entstanden war die positive Wertentwicklung daraus, dass Beller und Grant im Jahr 2007 treffsicher auf Wertverluste am amerikanischen Subprime-Markt gesetzt hatten.

Durch die Probleme des ABS-Fonds von Peloton ist auch ein weiterer 1,6 Mrd. Dollar ausmachender Fonds der Gesellschaft - der Multi Fund-Strategy - in Schwierigkeiten geraten. Dieser hatte im Jahr 2007 ebenfalls mit einer exzellenten Wertentwicklung von plus 27 Prozent aufgewartet. Wenn Peloton auch hier die Rücknahme von Fondsanteilen ausgesetzt hat, so vor allem deshalb, weil rund 40 Prozent des Vermögens dieses Fonds im ABS Master Fund investiert sind.

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