Hedge-Fonds
TCI-Chef Christ Hohn verliert prominenten Mitstreiter

Attacken auf die Deutsche Börse und die niederländische Großbank ABN Amro machten den Hedge-Fonds TCI und seinen Chef Chris Hohn bekannt. Doch zuletzt setzte es für den aggressiven Fonds eine Serie von Niederlagen. Jetzt verlässt einer der TCI-Gründer und engsten Vertrauten von Hohn das Unternehmen.

LONDON. Patrick Degorce, einer der Gründer des prominenten Londoner Hedge-Fonds TCI steigt aus. Degorce schied in der vergangenen Woche aus der Führung des Fonds aus, der vor allem mit seinen Attacken auf die niederländische Großbank ABN Amro und auf die Deutsche Börse bekannt wurde. Geleitet wird der Fonds, der einen Teil seiner Gewinne für notleidende Kinder in der dritten Welt spendet, von Chris Hohn.

Der Ausstieg von Degorce wurde durch eine Mitteilung von TCI an die britischen Regulierungsbehörden bekannt. Der Fonds selbst wollte die Personalie und Spekulationen über Meinungsverschiedenheiten zwischen Hohn und Degorce nicht kommentieren. TCI verwaltet insgesamt ein Vermögen von rund 15 Mrd. Dollar und zählt zu den bekanntesten aktivistischen Hedge-Fonds. Diese Fonds beteiligen sich an Firmen, um strategische Änderungen durchzusetzen. Dabei setzen sie häufig das Management unter Druck.

Degorce zählte zu den engsten Mitarbeitern von Hohn und war federführend bei der Attacke auf die niederländische Großbank ABN Amro, die am Ende zur teuersten Übernahmeschlacht der Finanzgeschichte führte.

In Deuschland machte TCI 2005 Schlagzeilen, als der Fonds das Übernahmeangebot der Deutschen Börse für den Londoner Konkurrenten LSE verhinderte und dabei das Management des Frankfurter Unternehmens aus dem Amt jagte. TCI gehört nach wie vor zu den größten Aktionären der Deutschen Börse. Erst im Herbst letzten Jahres hatten Hohn und seine Kollegen hinter den Kulissen auf eine Zerschlagung des Konzerns gedrängt, scheiterten aber mit dieser Attacke.

TCI zählt seit der Gründung im Jahr 2004 zu den erfolgreichsten Hedge-Fonds überhaupt und bescherte seinen Investoren regelmäßig Renditen von über 30 Prozent. Doch auch Hohn konnte sich den Folgen der Finanzkrise nicht entziehen. Im vergangenen Jahr musste TCI eine Reihe von Niederlagen einstecken und seinen Anlegern für die ersten zehn Monate 2007 ein deutliches Minus von rund 26 Prozent melden.

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