Hedge-Fonds
TCI in Japan unter Druck

Er ist einer der gefürchtetsten Hedge-Fonds-Manager der Welt: Der TCI-Chef Chris Hohn hat schon die Deutsche Börse in die Knie gezwungen und die größte Übernahmeschlacht der Geschichte ausgelöst. doch jetzt hat er sich in Japan auf einen komplizierten udn gefährlichen Kampf eingelassen. Verliert TCI jetzt den Nimbus der Unbesiegbarkeit?

LONDON/TOKIO. Dieses Mal wird es eng für Chris Hohn, den gefürchteten Chef des Londoner Hedge-Fonds TCI. Hohns Fonds hat sich in Japan in einen komplexen Machtkampf mit dem Stromnetzbetreiber J-Power verstrickt, und Londoner Fonds-Manager warnen, dass Hohn dieses Mal den Kürzeren ziehen könnte.

TCI ist einer jener aggressiven Fonds, die Unternehmen angreifen, sie zu einem Strategiewechsel zwingen und damit den Aktienkurs nach oben treiben wollen. Hohn hat bereits den ehemaligen Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, in die Knie gezwungen und löste im vergangenen Jahr den größten Übernahmekampf der Finanzgeschichte aus, der im Verkauf der niederländischen Großbank ABN Amro gipfelte.

„In Japan hat sich TCI aber dieses Mal verrannt“, meint der Manager eines Londoner Dachfonds, der einen Teils des von ihm verwalteten Kapitals in TCI investiert hat. Mitte Mai hatte die japanische Regierung TCI verboten, seinen Anteil von 9,9 Prozent an J-Power auf 20 Prozent aufzustocken. Analysten und die Presse hatten die Entscheidung als Nagelprobe für die Bereitschaft der Regierung angesehen, Japan für aktivistische Investoren zu öffnen.

„Inzwischen sieht es so aus, als ob Hohn einen persönlichen Kampf gegen J-Power führt, und er droht zu verlieren“, meint der Londoner Dachfondsmanager. In früheren Fällen wie bei der Deutschen Börse oder ABN Amro hätten sich andere Hedge-Fonds schnell TCI angeschlossen und gemeinsam Druck gemacht. Dieses mal kämpfe Hohn aber alleine – und das in einem Land, um dass die meisten aktivistischen Investoren noch immer einen großen Bogen machten, weil sie keine Erfolgschancen sähen.

Im Moment spricht wenig dafür, dass TCI den Kampf mit J-Power aufgibt. Der Hedge-Fonds versucht, seinen Einfluss indirekt auszuweiten. Dazu kauft er Anteile der J-Power-Aktionäre auf. Der Effekt ist jedoch begrenzt, weil der Netzbetreiber hauptsächlich Schwergewichten wie Großbanken und Bauunternehmen gehört. TCI bombardiert zudem als Großaktionär das Management mit Forderungen zur besseren Unternehmensführung. Der Firmenchef soll zurücktreten, und Überkreuzbeteiligungen sollen aufgelöst werden. Außerdem fordert der Fonds ein Ende der Praxis, Stellen für die Versorgung ehemaliger Ministerialbürokraten zu schaffen. J-Power war erst 2004 privatisiert worden.

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