Hedgefonds Die Jagd nach Gold macht verwundbar

Mit der Krim-Krise steigt das Interesse am Edelmetall als sicherer Hafen. Auch spekulative Investoren setzen auf höhere Goldpreise. Nach dem kräftigen Preisanstieg rechnen Experten erst einmal mit einer Verschnaufpause.
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Nach den dramatischen Verlusten im vergangenen Jahr entwickelt sich der Goldpreis wieder nach oben. Quelle: dpa

Nach den dramatischen Verlusten im vergangenen Jahr entwickelt sich der Goldpreis wieder nach oben.

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FrankfurtDie Netto-Long-Positionen, also Wetten von Investoren auf einen Goldpreisanstieg, sind in der Woche bis zum 18. März auf den höchsten Stand seit November 2012 angestiegen. Dank der Käufe von Futures und Optionen auf Gold kletterten die Notierungen am 17. März auf ein Sechs-Monats-Hoch. Seitdem sind sie allerdings wieder um bis zu 6,3 Prozent zurückgegangen.

Der Goldpreis hatte sich von seinem stärksten Jahresverlust seit drei Jahrzehnten teilweise erholt, als die Krim-Krise die Nachfrage nach als sicher geltenden Vermögenswerten stützte. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am 19. März erklärt, dass der Leitzins der US-Notenbank dieses Jahres steigen dürfte. Die Goldnotierungen waren zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 um 70 Prozent gestiegen, als die Fed mehr als zwei Billionen Dollar (1,45 Billionen Euro) in das Finanzsystem gepumpt und die Zinsen gesenkt hatte, um die Wirtschaft zu stützen. Viele Investoren nutzten das billige Geld, auch um in das Edelmetall zu investieren.


„Der Goldpreis hat seinen Boden noch nicht gefunden“

„Nach den Fed-Äußerungen in der letzten Woche, dem anhaltenden Anstieg der spekulativen Positionen und den gemäßigteren geopolitischen Schlagzeilen dürften sich die Long-Investoren allmählich recht verwundbar fühlen”, kommentierte Edel Tully, UBS-Analystin in London. „Das Tempo des Anstiegs war ziemlich dramatisch. Diese Art der Positionierung ist nicht tragbar. Der Goldpreis hat seinen Boden noch nicht gefunden.”

Der Preis für die Unze Gold ist in London seit Ende Dezember um 8,8 Prozent auf 1311,63 Dollar angestiegen, nachdem er im letzten Jahr um 28 Prozent gefallen war. Seine Spitze erreichte er am 17. März mit 1392,22 Dollar. Spekulanten halten Netto-Long-Position von 138.429 Kontrakten, wie aus Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission hervorgeht. Als die Wetten zuletzt so hoch standen, lag der Preis oberhalb von 1700 Dollar.

Die größten Industrieländer haben Russland schärfere Sanktionen angedroht, um Präsident Wladimir Putin davon abzuhalten, weitere Teile der Ukraine zu annektieren. Die USA und die EU konzentrieren sich bislang darauf, Vermögen von Privatpersonen einzufrieren und Visaverbote auszusprechen. Putin hatte erklärt, er plane nach der Abstimmung zum Russland- Beitritt der Krim keine weitere Aufspaltung der Ukraine.

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4 Kommentare zu "Hedgefonds: Die Jagd nach Gold macht verwundbar"

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  • Keine Ahnung vom Begriff des Geldmetalls...

  • Seit Jahren ist Gold ein Rohstoff der High-Tec Industrie dort wird
    inzwischen mehr verbraucht als für die Schmuckherstellung.

    Wenn Edelmetalle dann würde ich doch eher auf Platin und
    Rhodium und Co setzen.

  • man veräppelt uns solange bis sie alles haben!

  • Wenn wir noch einen Beweis brauchten, dass der Goldpreis manipuliert wird, dann ist es der Crash der letzten Tage. Die Krim Krise und die Kreditsituation in China sollten zu einem deutlichen Anstieg geführt haben. Ich schätze irgendwer verkauft Gold in ungehäuren Mengen, das er gar nicht hat. Aber irgendwann müssen die Naked Short Sellers die Hosen runterlassen. Mal sehen, was passiert wenn auch dieses Jahr die Bundesbank nur homöopathische Mengen aus der FED herauskriegt und es irgendwann als Fakt feststeht, dass die FED kein Gold mehr hat.

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