Hedgefonds
SAC zahlt Rekordstrafe wegen Insiderhandels

Rund elf Jahre lang soll sich der US-Hedgefonds SAC Capital mit Insiderinformationen Vorteile verschafft haben. Nun zahlt die Firma eine Milliardenstrafe. Kommt Gründer Steven Cohen dennoch davon?
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New YorkDer amerikanische Hedgefonds SAC Capital ist wegen Betrugs zu einer Strafe von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft erklärte, darin inbegriffen sei die vermutlich höchste Geldstrafe, die in den USA bisher wegen Insider-Handels ausgesprochen worden sei. US-Bezirksrichterin Laura Taylor Swan bestätigte am Donnerstag in New York die Strafe. „Das Motiv für diese Verbrechen war Gier“, sagte sie.

SAC gilt als einer der reichsten und erfolgreichsten Hedgefonds der Welt. Doch schon vor Jahren kamen Zweifel daran auf, ob das Unternehmen sich diesen Status legal erarbeitet habe. Bei der Suche nach Beweisen stocherten die Ermittler allerdings lange Zeit im Nebel. Schließlich beschuldigten die US-Behörden SAC, sich rund elf Jahre lang mit illegalen Insidergeschäften bereichert zu haben - und zwar im großen Rahmen.

„Zahlreiche Mitarbeiter“ hätten dabei mitgemacht, angespornt von den Rahmenbedingungen im Unternehmen, hieß es in der Anklage. Acht Angestellte wurden verurteilt. Gegen den Gründer des Fonds, Milliardär Steven A. Cohen, gehen die Ermittler indessen nicht vor, wie das "Wall Street Journal" am Donnerstag berichtete. Demnach reichte ihr Material nicht für eine Strafanklage.

Zivilrechtlich hingegen muss Cohen sich vielleicht doch noch verantworten. Die Securities and Exchange Commission (SEC) hat ein Verfahren angestrengt, in dem Cohen vorgeworfen wird, er habe seine Mitarbeiter nicht kontrolliert. Würde er dafür verurteilt, droht ihm ein lebenslanges Verbot, in der Branche zu arbeiten. Das Verfahren ist allerdings laut "Wall Street Journal" bis mindestens zum 28. Mai ausgesetzt.

Langwierig war auch der Rechtsstreit um seine Firma. Mehr als fünf Jahre lang zog er sich hin, und die meiste Zeit stritt das Unternehmen die Vorwürfe ab. Doch im November 2013 verkündeten die Anwälte der Verteidigung, man habe mit der Staatsanwaltschaft eine Strafe ausgehandelt - und SAC sei bereit, sich in allen Punkten schuldig zu bekennen.

Spurlos ging der Fall nicht an dem Unternehmen vorüber. Erst kürzlich gab sich SAC einen neuen Namen. Und eine Auflage des Deals mit der Staatsanwaltschaft beinhaltet, dass SAC kein fremdes Vermögen mehr verwalten darf. Der langjährige SAC-Berater Peter Nussbaum befand: "Wir zahlten und zahlen eine beträchtliche Strafe für dieses Fehlverhalten."

Mit Material von AP

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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