Heftige Kursverluste
Krise stutzt ABS-Fonds zurecht

Der Markt für forderungsunterlegte Anleihen, Asset Backed Securities (ABS), leidet besonders unter der Finanzkrise. Selbst die Kurse von ABS mit Top-Bonitätsnoten sind in Europa auf unter 80 und in den USA auf 50 Prozent ihres Rückzahlungswertes eingebrochen. Das trifft auch die ABS-Fonds hart.

FRANKFURT. Auf einer ABS-Konferenz in Berlin bekräftigen Fondsmanager zwar ihren prinzipiellen Glauben an den Markt, bestätigten aber auch, dass die Lage vertrackt ist. "Der ABS-Markt spiegelt nicht die Qualität, sondern die mangelnde Liquidität wider", sagte Dirk Bergander, Geschäftsführer des auf strukturierte Finanzprodukte spezialisierten Asset Managers Collineo. Das heißt im Klartext, dass Fonds, die ABS verkaufen wollen, dafür kaum Abnehmer finden. Das drückt die Preise. ABS zu verkaufen, sei extrem schwierig, bestätigte Markus Hammes, Abteilungsleiter bei der Fondsgesellschaft DWS. Bergander hält es aber dennoch für falsch, den Tod des ABS-Marktes trotz der günstigen Bewertungen zu beklagen. Auch auf anderen Kreditmärkten ginge derzeit schließlich fast nichts mehr.

Bei ABS ist die Situation aber dennoch schwieriger als zum Beispiel bei herkömmlichen Unternehmensanleihen. Seit über einem Jahr werden fast keine neuen Papiere mehr an Investoren verkauft. Herkömmliche Anleihen von Banken und anderen Unternehmen ließen sich dagegen zumindest bis vor einem Monat noch platzieren.

Zudem haben erst die mit schwachen US-Subprime-Hypotheken unterlegten ABS dafür gesorgt, dass Finanzinstitute rund um die Welt in den Abwärtsstrudel gezogen wurden. Dadurch geriet der gesamte ABS-Markt in Verruf. "Wir dachten lange Zeit, wenn die Risikoaufschläge von ABS hoch genug sind, wird es wieder Käufer geben - das ist aber nicht passiert", räumte Hammes ein.

Ungemach droht auch den europäischen ABS zudem angesichts der Verwerfungen auf den spanischen und britischen Immobilienmärkten und dem drohenden Konjunktureinbruch. Die Hoffnung, dass dies alles an europäischen ABS vorübergehe, könne man abschreiben, warnte Bergander.

Kein Wunder, dass Experten auch den Fonds, die vorrangig in die krisengeschüttelten ABS investiert haben, eine düstere Zukunft vorhersagen. "Der ABS-Fondsmarkt stirbt nicht, seine Bedeutung wird aber deutlich abnehmen", glaubt Andreas Köchling, Fondsanalyst bei Feri Euro Rating. "Es wird weniger Produkte und nicht mehr so hohe Volumina in den Fonds geben." Denn professionelle wie private Anleger haben sich vor allem kurz nach Ausbruch der Krise vor eineinviertel Jahren massiv aus den Fonds verabschiedet. Anleger zogen aus einzelnen Fonds mehrere Mrd. Euro ab. Zahlreiche Fonds verloren den Großteil ihres Vermögens, weniger als ein Zehntel des Kapitals ist teilweise übrig geblieben (siehe "Massiver Kapitalabfluss").

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