Heiß gelaufen
China-Fonds kommen in gefährliches Fahrwasser

Die Kursrally an den chinesischen Aktienmärkten hat den entsprechend ausgerichteten Fonds in den letzten zwölf Monaten einen Wertzuwachs von im Schnitt 86 Prozent verschafft. Zumindest kurzfristig sind Fondsmanager jedoch vorsichtiger geworden.

HAMBURG. An der Spitze des Performance-Vergleichs von 55 Chinafonds liegt nach Berechnungen der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research der börsengehandelte Indexfonds Lyxor ETF China Enterprise, gefolgt von den aktiv gemanagten Produkten Schroder ISF China Opportunities und Baring Hong Kong China Fund.

Ist es Zweckoptimismus oder Realismus? Trotz der heiß gelaufenen Börsen sehen die Manager der aktiv verwalteten Fonds keine Anzeichen für eine Blase. "Zurzeit sind die Bewertungen nicht mehr unbedingt günstig", sagt zwar Schroders-Managerin Laura Luo. Kurzfristig sei sie daher durchaus vorsichtig: "Es wäre keine Überraschung, wenn es angesichts der US-Hypothekenkrise auch in China zu Konsolidierungen käme." Doch eine Überhitzung sieht Luo nicht und "auf lange Sicht hat China sein großes Wachstum noch vor sich".

Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer in Freiburg, differenziert bei der Bewertung etwas: "Die Bewertungen an den Heimatbörsen in Shenzhen und Schanghai zeigen durchaus Anzeichen einer Blase", sagt er. Allerdings tummelten sich hier hauptsächlich inländische Investoren. In Hongkong gelistete H-Aktien chinesischer Unternehmen und sogenannte Red Chips seien bei weitem nicht so teuer wie A- und B-Aktien. Reinhardt: "In Hongkong spricht man von einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 bis 24. Das ist nicht billig, aber sicherlich keine Blase." Wer an die langfristige Wachstumsstory China glaube, der sei mit einem aktiv verwalteten Fonds mit nachweislich erfolgreichem Vor-Ort-Management gut beraten.

Darüber verfügt beispielsweise der Schroder ISF China Opportunities. Managerin Laura Luo arbeitet von Hongkong aus und hat über 13 Jahre Investmenterfahrung. Sie begann ihre Karriere als Analystin für chinesische Aktienmärkte. Unterstützt wird sie von 14 Analysten mit durchschnittlich elf Jahren Erfahrung.

Der drittplatzierte Baring Hong Kong China Fund hingegen gehört Reinhardt zufolge derzeit auf die Beobachtungsliste. Erst im September dieses Jahres wechselte das Fondsmanagement. Neue Managerin wurde Agnes Deng, die zuvor für Standard Life Investment in Asien arbeitete und dort in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls einen China-Fonds betreute. Deng arbeitet wie Luo von Hongkong aus. Sie muss jedoch erst noch beweisen, dass sie an die gute Performance ihrer überdurchschnittlich erfolgreichen Vorgängerin Lilian Co anknüpfen kann.

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