Fonds + ETF
Hintergrund: Hedge Fonds zwischen Rendite und Risiko

Angesichts fallender Aktienkurse sind die Exoten unter den Fondsarten, die Hedgefonds, gefragt. Denn während Aktienkäufer gewöhnlich nur bei steigenden Kursen gewinnen, können diese Fonds auch bei fallenden Werten verdienen.

HB/dpa BERLIN/FRANKFURT. Die Investoren wetten hier etwa auf Aktien, Devisen oder Anleihen. Die Bundesregierung will nun im Zuge neuer aufsichts- und steuerrechtlicher Vorschriften für Investmentfonds erstmals auch Hegdefonds regeln.

"Hedge" (im Englischen wörtlich "Hecke") steht eigentlich für den Versuch, eine Investition gegen Risiken - wie etwa Kurseinbrüche oder Wechselkursveränderungen - abzusichern. Hedgefonds bieten indes keine Absicherung, sondern setzen auf die absolute Rendite unabhängig vom Marktumfeld.

Sie sind nicht auf regelmäßige Erträge, sondern kurzfristige Gewinne ausgerichtet. Die Fonds verkaufen beispielsweise Aktien oder Devisen, die sie gar nicht besitzen. Dazu leihen sie die Aktien von Brokern aus, um sie verkaufen zu können. Sie setzen dann auf fallende Kurse, um die Titel billiger wieder zurückkaufen zu können - eine Wette, die aber nicht immer aufgeht.

Um die Stücke überhaupt erwerben zu können, werden Darlehen aufgenommen, was das Risiko aber auch die mögliche Rendite dieser Anlageform erhöht. Börsianer sprechen hier von "Hebelwirkung". Auch der Kauf und Verkauf von materiellen Gütern wie Immobilien, Grundstücken ist längst möglich.

Die Transparenz darüber, was mit dem eingesetzten Kapital passiert, ist dabei nicht sehr hoch. Viele Hedgefonds informieren nur wenig über ihre Positionen, weil sie andernfalls um ihren Handelsvorsprung fürchten.

Für Otto-Normal-Verbraucher ist diese riskante Investitionsform bisher kaum erschwinglich. Oft beträgt die Mindesteinlage zwischen 100 000 und fünf Millionen Dollar (4,4 Mill. Euro). Die Fonds-Manager erhalten rund ein Fünftel des Gewinns, investieren aber auch selbst hohe Summen.

Die Methoden von Hedgefonds sind umstritten. Berüchtigt wurden die Risikofonds durch Finanzjongleur George Soros, der mit seinen Spekulationen das britische Pfund an die Wand drückte. 1998 ging zudem der Long-Term Capital Management Fonds (LTCM) fast pleite und drohte, die Weltmärkte mitzureißen. Internationale Banken retteten den Hedgefonds mit einem Milliarden-Hilfspaket.

Zuletzt machten auch deutsche Geldinstitute ihren Kunden so genannte Zertifikate schon für weniger als 1 000 Dollar schmackhaft, mit einem ganzen Bündel unterschiedlichster Hedgefonds.

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