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Hintergrund: Nach geplatzter Übernahme Gezerre um Deutsche Börse-Kriegskasse

Kaum hat die Deutsche Börse die geplante Übernahme der London Stock Exchange (LSE) abgesagt, lockt die prall gefüllte Kriegskasse die Begehrlichkeiten der Aktionäre.

dpa-afx FRANKFURT. Kaum hat die Deutsche Börse die geplante Übernahme der London Stock Exchange (LSE) abgesagt, lockt die prall gefüllte Kriegskasse die Begehrlichkeiten der Aktionäre. Die Deutsche Börse selbst erwarte zum Ende des ersten Quartals einen Anstieg der Barbestände auf etwa 700 Mill. Euro, sagte ein Sprecher am Freitag in Frankfurt. Bis zum Jahresende soll die Summe auf rund eine Mrd. Euro ansteigen. Damit sei das Unternehmen "überkapitalisiert", betonte Aufsichtsratschef Rolf Breuer in einem Interview. Der Mix aus Eigenkapital und Fremdkapital "stimmt nicht mehr".

Mit dem US-amerikanischen Hedge-Fonds Atticus Capital fordert bereits einer der Großaktionäre der Deutschen Börse eine massive Ausschüttung an die Anteilseigener. Der Hedge-Fonds mit einem Anteil von 5,5 Prozent verlangt allerdings die Ausschüttung von zwei Mrd. Euro an die Aktionäre.

Abbau DER Barmittel Durch AktienrÜCkkauf

Mehrere von dpa-AFX befragte Analysten hielten die Summe von zwei Mrd. Euro für zu hoch angesetzt. Die zu verteilende Summe umfasse allenfalls eine Milliarde Euro, sagte Analyst Andreas Strobl von der Bayerischen Landesbank. Der Experte rechnet dabei nicht mit einer kompletten Ausschüttung der Barbestände an die Aktionäre. "Die Deutsche Börse wird keinesfalls so viel ausschütten, dass sich jede Übernahmeoption ausschließen wird."

Aus steuerlichen Gründen werde die Deutsche Börse nicht den Weg einer Sonderdividende wählen. Der Experte der Bayerischen Landesbank rechnet bei dem Beteiligung der Aktionäre an den Barmitteln vielmehr mit einem Aktienrückkaufprogramm in einem Umfang "von etwa zehn Prozent der ausstehenden Aktien". Das Programm hätte demnach ein Volumen von elf Mill. Aktien. Beim aktuellen Kurs der Aktie der Deutschen Börse wäre das eine Ausschüttungssumme von etwa 636 Mill. Euro.

Neben dem Aktienrückkaufprogramm rechnet ein Frankfurter Analyst, der ungenannte beleiben wollte, mit einer deutlichen Anhebung der Dividende für das 2005. "Hier ist eine Verdoppelung auf etwa 1,50 Euro je Aktie denkbar", sagte er. Die Deutsche Börse selbst will die Eckpunkte der neuen Kapitalstruktur auf der ordentlichen Hauptversammlung im Mai vorlegen. Dann sollen die Aktionäre auch über die Details der geplanten Ausschüttung informiert werden, kündigte Konzernchef Werner Seifert an.

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