Hochzinsanleihen
Wenn es ein bisschen mehr sein soll

Gerade in unsicheren Börsenzeiten bevorzugen Anleger Investments mit fixen Ausschüttungen. Mit besonders lukrativen Renditen locken Anleihen von Unternehmen mit eher schwacher Bonität. Wie Anleger auf High-Yields setzen.
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DüsseldorfBundesanleihen bringen nur noch Mini-Zinsen, kaum besser ist die Rendite von Bonds anderer vermeintlich sicherer Länder. Sparbücher, Tages- und Festgeld sind auch keine Alternative, dümpeln die Zinsen doch auch hier vor sich hin. Eine Nation von Sparern wie die Deutschen trifft das besonders hart. Unternehmensanleihen sind eine Alternative.  

Der Markt wird in riskante Papiere (High Yield) und solide Bonds (Investmentgrade) unterteilt. Im weniger spekulativen Segment werden Renditen zwischen zwei und fünf Prozent erzielt. High-Yield-Anleihen rentieren höher, bergen aber auch ein größeres Ausfallrisiko.  „Aufgrund der historisch tiefen Renditen von klassischen AAA-Staatsanleihen richtet sich der Fokus der Investoren derzeit vermehrt auf Unternehmens- und Hochzinsanleihen“, sagt Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement des Anleihemanagers Bantleon. „Bei gleicher Laufzeit bieten High Yields gegenüber deutschen Bundesanleihen ein Renditeplus von rund neun Prozentpunkten pro Jahr.“

Nicht zuletzt wegen des erhöhten Ausfallrisikos haben Anleger aber gewisse Vorbehalte. James Tomlins, Fondsmanager des M&G European High Yield Bond Fund, wundert das nicht, schließlich werden diese Papiere nicht selten als „Schrottanleihen“ bezeichnet. „Die Daten sprechen aber eine andere Sprache, wie der Vergleich von Hochzinsanleihen mit anderen risikolastigen Anlageklassen zeigt“, sagt der Experte. „Absolut betrachtet haben die Hochzinsanleihen über die vergangenen 14 Jahre deutlich besser abgeschnitten als die führenden westlichen Aktienmärkte.“

Dabei falle auf, dass der Großteil dieser relativen Outperformance in der Zeit nach der Lehman-Pleite erzielt wurde. In den Jahren 2009 und 2010 hätten die High Yields einen starken Anstieg verzeichnet, während die Aktienerträge im Keller blieben. „Bemerkenswert ist auch, dass diese Performance mit niedriger Volatilität erreicht wurde“, so Tomlins. Geringere Ausschläge lassen Anleger in der Regel ruhiger schlafen.

Sie sollten allerdings nicht vergessen, dass Hochzinsanleihen Bonds ausfallgefährdeter Unternehmen sind. Das hört sich allerdings dramatischer an, als es ist: Nur drei Prozent der Anleihen fielen zuletzt aus. Kühlt die Konjunktur allerdings deutlich ab, kann diese Ausfallquote natürlich jederzeit steigen. „Bei den europäischen Hochzinsanleihen ist ein Wirtschaftsabschwung in diesem Jahr bereits in die Bewertung eingepreist“, so Tomlins. „Nach unseren Berechnungen würde die Anlageklasse für Buy-and-Hold-Investoren selbst bei relativ hohen Insolvenzquoten attraktiv bleiben.“

Kommentare zu " Hochzinsanleihen: Wenn es ein bisschen mehr sein soll"

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  • “ Der optimale Einstiegszeitpunkt in High-Yield-Anleihen sei daher im Umfeld einer konjunkturellen Bodenbildung. „An genau diesem Punkt befinden wir uns gegenwärtig“, so Preißler.
    Wie kann Herr Preissler behaupten wie erleben gerade eine konjunkturellen Bodenbildung?
    Da versucht wohl einer Stimmung zu machen damit er seine Junkbonds an paar blinde kleinanleger andrehen kann !!!

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