Hochzinsbonds in Landeswährung
Rentenfondsmanager entdecken Afrika

Immer mehr Profis der Finanzbranche setzen auf Hochzinsbonds in Landeswährungen aus Schwellenländern, die mit den Dollarpapieren zunehmend in Konkurrenz treten. Einige Investoren sehen insbesondere für die heimischen Währungen in Schwellenländern ein höheres Potential.

Chris Kelly und Thomasz Stadnik setzen auf den Faktor Zeit. Noch weist die Dollar-Tranche des von ihnen betreuten ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund auf Zwölf-Monats-Sicht ein Minus von 16,09 Prozent auf - und ist das Schlusslicht unter 56 von Feri Rating & Research analysierten Fonds für Hochzinsanleihen (Tabelle). Besserung dürfte Kelly zufolge jedoch ab April in Sicht sein: "Dann wird der Fonds nicht mehr davon belastet, dass im April 2007 viele Anleihen im Portfolio wegen hoher Abflüsse mit Verlust verkauft werden mussten."

Ausgelöst wurde der Ausverkauf vom Weggang des langjährigen Managers Raphael Kassin, der nach spektakulären Erfolgen zum Konkurrenten Credit Suisse wechselte. Kelly und Stadnik änderten die Strategie und streuten das verbliebene Kapital deutlich stärker über verschiedene Länder und Anleihekategorien. So mischen sie auch Lokalwährungsanleihen bei, während Kassin ausschließlich auf Dollarpapiere setzte. Für die heimischen Währungen der Schwellenländer sieht Kelly derzeit das höhere Potenzial: "Wir gehen davon aus, dass viele Länder ihre Währungen in diesem Jahr aufwerten, um die Inflation zu bekämpfen."

Wie zu Kassins Zeiten dominieren argentinische Anleihen das Portfolio, mit 22 Prozent ist der Anteil jedoch um gut zehn Prozentpunkte niedriger. Weitere große Positionen sind Papiere aus der Türkei (Gewichtung 20 Prozent), Venezuela und Indonesien (jeweils rund zehn Prozent).

Auf Bonds in Lokalwährungen konzentriert sich auch Anton Hauser von der österreichischen Gesellschaft Erste-Sparinvest. Er hat das Portfolio des Espa Cash Emerging Markets in nicht weniger als 42 Staaten investiert. Mit einem Wertzuwachs von 17,41 Prozent liegt sein Fonds klar an der Spitze der Vergleichsgruppe.

"Wir investieren ausschließlich in Lokalwährungsanleihen. Mit denen ist derzeit deutlich mehr herauszuholen ist als mit Dollarpapieren aus Schwellenländern", begründet Hauser seine Strategie und nennt als Beispiel Anleihen in brasilianischen Real: "Mit zwei Jahren Laufzeit bringen sie derzeit etwa 13 Prozent Zinsen, brasilianische Dollaranleihen mit gleicher Laufzeit dagegen nur rund 3,5 Prozent."

Die Vorliebe von Kelly und Stadnik für argentinische Papiere teilt Hauser nicht. "Die Währung ist zwar unterbewertet, die hohe Inflation macht das Aufwertungspotenzial jedoch weitgehend wieder zunichte", sagt er. Für deutlich attraktiver als lateinamerikanische Papiere hält er unter anderem afrikanische Anleihen, die er mit zwölf Prozent gewichtet. "Diese Länder profitieren von den jüngsten Schuldenerlassen und den hohen Rohstoffpreisen", so Hauser.

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