Höhe der Anlagen soll um 22 Milliarden Dollar steigen
Asiatische Hedge-Fonds haben großes Potenzial

Asiatische Hedge-Fonds stehen am Anfang eines Aufschwungs mit nie da gewesenen Wachstums- und Gewinnchancen. Das ist der Tenor der Hedge Funds World Asia – der führenden Messe für alternative Investments im asiatischen Raum.

HB DÜSSELDORF. Hedge-Fonds sind ein kleines, aber überaus schnell wachsendes Segment in Asien. Eurekahedge Advisors, eine Beratungsfirma aus Singapur, prognostiziert, dass die Anlagen in dieser Asset-Klasse 2004 auf 55 Milliarden US-Dollar ansteigen. 2003 waren es 33 Milliarden Dollar.

Bislang sind in Asien zwar nur rund sechs Prozent der weltweit etwa 7 000 Hedge-Fonds aktiv. Ein Blick auf die aktuelle Hitliste der besten Hedge-Fonds zeigt aber, dass Asien bereits zu den lukrativsten Anlageregionen gehört. Drei der fünf erfolgreichsten Hedge-Fonds haben ihre Mittel in dieser Region angelegt. Spitzenreiter ist der aus London gemanagte Dejima Fund, der von Juni 2003 bis Juni 2004 um 158,1 Prozent zulegte und damit die weltweit beste Performance aufweist.

Mit einem Anteil von 55 % ist in Asien die Long/Short Equity-Strategie die am weitesten verbreitete Strategie unter den Hedge-Fonds. Dabei wird eine unterbewertet erscheinende Aktie gekauft, während eine als überbewertet geltende Aktie des gleichen Sektors leer verkauft wird. Allerdings setzt die unzureichende Liquidität dieser Strategie oftmals Grenzen. Zudem ist selbst der Leerverkauf von Aktien in einigen asiatischen Märkten – wenn überhaupt – nur unter starken Restriktionen möglich.

Noch sind die asiatischen Hedge-Fonds stärker in Long-Positionen gewichtet als ihre europäischen und amerikanischen Pendants. Einige Hedge-Fonds aus Asien gleichen deshalb eher einem traditionellen Mutual Fund als einem Hedge-Fonds. Viele asiatische Hedge-Fonds-Manager sind herausragende Long-Only-Manager, die sich dem Absolute Return-Konzept verschrieben haben. Doch erst wenn die Märkte einmal eine längere Schwächephase hinter sich haben, wird sich dort zeigen, wer sein Handwerk gut beherrscht. Deshalb sollten Anleger nur in Hedge-Fonds investieren, deren Manager einen Track-Record von mindestens fünf Jahren vorweisen können.

Um die in Asien wegen der vergleichsweise dünnen Kapitaldecke stark verbreiteten Marktineffizienzen und Preisanomalien auszunutzen, sind Arbitrage-Strategien die deutlich lukrativere Variante. Auch die Doppel-Listings mit unterschiedlichen Kursen an verschiedenen Börsen sind oft gute Gelegenheiten für Spezialisten, schnell zuzuschlagen.

Erfolg versprechend erscheinen auch Strategien wie Managed Futures oder Global Macro, die ihre Vorteile aus den Bewegungen an den Devisen- und Rentenmärkten ziehen. Denn der Handel mit nicht lieferbaren Terminkontrakten auf asiatische Währungen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Da die in diesen Kontrakten enthaltenen Offshore-Zinssätze signifikant von den Inlandszinssätzen abweichen, zeichnet sich ein überdurchschnittliches Gewinnpotenzial ab. Damit verbundene stärkere Bewegungen lassen sich mit Trendfolgestrategien sehr gut umsetzen.

* Kaj Rönnlund ist Co-Gründer von Estlander und Rönnlund Capital Management.

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