Hoffen auf Aufwind durch günstige Bewertungen
Japanische Nebenwerte stecken tief im Minus

Japan ist bekannt als "Land der aufgehenden Sonne". Doch an den japanischen Börsen ist es noch dunkel. Der Durchschnitt der 31 auf japanische Nebenwerte spezialisierten Fonds hat in den vergangenen zwölf Monaten 32,76 Prozent an Wert verloren, einige Fonds liegen sogar zu über 40 Prozent im Minus.

HAMBURG. Mit einem Minus von 23,47 Prozent steht der AIG Japan Smaller Companies Plus von AIG Global noch am besten da. Das führt Fondsmanagerin Noriko Umino auf die Untergewichtung in Banken und Immobilienfirmen zurück sowie auf Investitionen in Energietitel und ausgewählte Wachstumsaktien, die ihre Gewinnerwartungen nach oben geschraubt hätten. Auf Rang drei liegt ebenfalls ein AIG-Fonds. Der AIG Japan Small Companies wurde allerdings im Februar 2005 für Neuanleger geschlossen. Die Investmenttochter des US-Versicherers AIG wirbt damit, dass beide Produkte nach dem gleichen Investmentprozess gemanagt werden. Umino hat beim Plus-Fonds jedoch ein größeres Anlageuniversum, da sie auf Firmen mit einer größeren Marktkapitalisierung zugreifen kann. Trotz der Marktlage setzt sie weiter auf günstig bewertete Wachstumstitel. Die Bewertung ist für Umino ein Lichtblick: "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 14 historisch niedrig."

"Mit der aktuellen Bewertung scheint der Boden nun erreicht", sagt auch Lilian Haag. Die Managerin des zweitplatzierten DWS Japan Opportunities hält das Schlimmste für überstanden: "Japanische Nebenwerte sind stark von japanischen Privatanlegern abhängig." Institutionelle hätten stark verkauft und private Investoren seien inaktiv gewesen. Mit zurückgewonnenem Vertrauen der Privatanleger und der günstigen Bewertung sieht sie Hoffnung: "Ich kaufe jetzt gezielt, bleibe aber vorsichtig." Denn die Unsicherheit an den globalen Märkten und die Rezessionsängste könnten sich auch auf die japanische Börse auswirken.

Haag konnte die Verluste in den vergangenen Monaten reduzieren, indem sie ihren Fonds von der Sektorseite stark an den MSCI Kokunai angelehnt hat. "Dieser Index ist stabiler als andere Indizes des Segments", so Haag. Fünf bis sechs ausgewählte Titel hätten Performancepunkte gebracht. Zum Beispiel die nicht im Vergleichsindex vertretene Internetmedienagentur Cyberagent, die in den vergangenen zwölf Monaten 51,5 Prozent zulegte. Der fünftplatzierte DWS Invest Japanese Small/Mid Cap unterscheidet sich vom DWS Opportunities in zwei Punkten: Der DWS-Invest wird von Japan heraus gemanagt, was ihm ermöglicht, verstärkt in kleinere Unternehmen zu investieren. Zudem wird der Fonds eher im europäischen Ausland und der DWS Opportunities in Deutschland vertrieben.

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