Hohe Cash-Quoten
Osteuropa-Fondsmanager verfolgen defensive Strategien

Im Juni kam es an den osteuropäischen Märkten erneut zu einem kräftigen Ausverkauf. Während die Börsen der Region bis zu zehn Prozent einbüßten, blieb der Aktienfonds Espa Stock Emerging Europe der österreichischen Sparinvest jedoch weiter auf Erfolgskurs.

HAMBURG. Im Juni kam es an den osteuropäischen Märkten erneut zu einem kräftigen Ausverkauf. Während die Börsen der Region bis zu zehn Prozent einbüßten, blieb der Aktienfonds Espa Stock Emerging Europe der österreichischen Sparinvest jedoch weiter auf Erfolgskurs:Mit einem Plus von 3,21 Prozent im Juni führt der Fonds das Ranking der 45 Osteuropa-Fonds an (siehe Tabelle).

Das vergleichsweise gute Ergebnis führt Espa-Manager Harald Gallob unter anderem auf den frühzeitigen Ausbau der Cash-Quote zurück. "Nach der langen Kursrally in Osteuropa haben wir mit einer Konsolidierung gerechnet", so Gallob. Er geht jedoch davon aus, dass das Schlimmste nun überstanden ist und die Märkte sich in den kommenden Monaten seitwärts bewegen. "Dabei werden die gleichen Themen wie im ersten Halbjahr dominieren: Das heißt, russische Ölwerte werden nach wie vor eine wichtige Rolle spielen", so der Espa-Manager. Im Portfolio seines 248 Mill. Euro schweren Fonds hat er daher russische Aktien mit 73 Prozent gewichtet. Zudem hat er die Türkei mit einem Anteil von 3,5 Prozent ins Portfolio aufgenommen. Gallob: "Der türkische Aktienmarkt hat auf Euro-Basis rund 50 Prozent verloren, da besteht enormes Aufholpotenzial."

Nicht ganz so spurlos sind die Korrekturen dagegen am Fonds Vontobel Central and Eastern European Equity vorbeigegangen. Obwohl Vontobel-Manager Günter Faschang eine sehr defensive Anlagestrategie verfolgt, hat der Fonds im Juni 1,55 Prozent verloren. Faschang ist dennoch optimistisch: "Wir haben unsere Cash-Position weiter abgebaut und selektiv unsere Bestände in Unternehmen aufgestockt, die über nachhaltige Wachstumsperspektiven verfügen." Zu den größten Positionen im Portfolio gehören Titel aus den Branchen Finanzen, Telekommunikation und Gesundheit.

Für Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des Freiburger Finanzdienstleisters Reinhardt & Foldenauer, ist diese Strategie ein klares Manko: "Faschang hat sich viel zu früh aus Energiewerten zurückgezogen und somit die gesamte Rohstoff-Hausse im vergangenen Jahr verpasst." Anlegern, die in Osteuropa investieren wollen, rät er daher zum Kauf des Espa Stock Emerging Europe. "Die Märkte der Region haben sich seit ihrem Tiefpunkt Mitte Juni wieder leicht erholt und werden ihren langfristigen Aufwärtstrend fortsetzen", so Reinhardt.

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