Hohe Preise begrenzen Gewinnchancen
Rohstofffonds bieten kaum Potenzial

Öl und Gold regen wieder zu Spekulationen an. Mit Rohstofffonds verbuchten Anleger in jüngster Zeit teilweise zweistellige Wertzuwächse. Allein im Mai legten die Aktienfonds, die in Ölkonzerne und Minengesellschaften investieren, innerhalb von vier Wochen um durchschnittlich elf Prozent zu. Auf Jahressicht jedoch liegt keines der Produkte im Plus

FRANKFURT. Die Rohstofffonds in der Feri-Liste setzen nicht direkt auf Energierohstoffe oder Edelmetalle, sondern auf Aktien aus der Rohstoffbranche. Denn steigen die Preise für Öl, Gold, Silber und Uran, ziehen in der Regel auch die Aktienkurse der Unternehmen aus der Branche an.

"Der Goldpreis stieg im Mai um zehn Prozent auf 890 US-Dollar. Der Fonds konnte im gleichen Monat um 9,5 Prozent zulegen", sagt Werner Ullmann. Der Fondsmanager zeichnet für die Anlagestrategien der Stabilitas-Produkte verantwortlich. Insgesamt sechs der Fonds stehen in der Feri-Liste - fünf davon allerdings mit der schwächsten Wertentwicklung innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

Für die Goldfonds sagt der Vermögensverwalter vorerst keine Gewinne voraus: "Nach den deutlichen Anstiegen rechnen wir mit einer kurzfristigen Konsolidierung vor der nächsten Aufwärtsbewegung." Nur bei dem Silberprodukt sieht er Aufholpotenzial. "Denn im Gegensatz zu Gold notiert Silber immer noch rund 30 Prozent unter seinem Höchststand von 2007", sagt Ullmann.

Doch nicht immer profitieren die Fonds vollständig vom Kursgewinn der Rohstoffaktien. Denn diese notieren zumeist in US-Dollar. Die in Deutschland und in großen Teilen Europas vertriebenen Rohstofffonds aber führen den Euro als Handelswährung und sind nicht gegen ein Währungsrisiko gesichert. Wertet sich der Euro also gegenüber dem US-Dollar ab, schrumpft auch die Wertentwicklung der Fonds.

"Die Wechselkurs-Problematik ist bei Rohstofffonds stärker als bei anderen Aktienfonds", sagt Christian Michel von Feri Euro-Rating Services. Doch für europäische Anleger gibt es nur wenige währungsgesicherte Tranchen zu kaufen. Schweizer und britische Fondsgesellschaften bieten vereinzelt Fonds auch in Euro, Franken oder Pfund Sterling an. Große deutsche Fondsgesellschaften wie die DWS oder die Allianz aber bieten keine währungsgesicherten Rohstofffonds an. "Die Nachfrage nach währungsgesicherten Rohstofffonds ist nicht besonders groß", sagt der Experte Michel. "Viele Anleger wollen gerade ein gewisses Exposure in Dollar eingehen."

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