Hohe Risiken
Anleger greifen wieder zu Hedge-Fonds

Investoren setzen wieder auf riskante Investments. Mit niedrigen Bond-Renditen und enttäuschenden Erträge bei passiven Aktien-Index-Investments geben sie sich nicht mehr zufrieden. Das Volumen von Hedge-Fonds wächst und wächst. Warum die Branche sich viel schneller erholt hat, als Analysten vermutet hatten.
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Bloomberg HONGKONG. Hedge-Fonds stehen bei Anlegern wieder hoch im Kurs, es locken zweistellige Renditen. Nach Einschätzung der Deutschen Bank wird das Anlagekapital der Branche Ende 2010 über die Marke von zwei Billionen Dollar (1,3 Bill. Euro) klettern und damit ein neues Rekordvolumen erreichen. Angesichts niedriger Bond-Renditen und enttäuschender Erträge bei passiven Aktien-Index-Investments steige bei Anlegern der Risikoappetit, sagte Barry Bausano, Leiter Prime Finance: "Wir rechnen im Jahr 2010 und darüber hinaus mit starken Zuflüssen, besonders von institutionellen Investoren."

Die Hedge-Fonds-Branche hat sich schneller von den Auswirkungen der Finanzkrise erholt, als es Investoren erwartet haben. Als die Deutsche Bank im Februar 1 000 Anleger befragte, rechneten mehr als 60 Prozent damit, dass das Anlagekapital der wenig regulierten Anlageggesellschaften in diesem Jahr auf 1,33 Billionen Dollar fallen würde. Dieser Wert wurde tatsächlich schon einen Monat später erreicht. Danach stieg das Anlagevolumen der Hedge-Fonds aber wieder auf 1,53 Billionen Dollar, wie Zahlen des Marktbeobachters Hedge Fund Research vom September zeigen. Das bislang höchste Volumen war im Juni 2008 mit 1,93 Billionen Dollar erreicht worden. Im dritten Quartal haben mehr als zwei Drittel der Hedge-Fonds Mittelzuflüsse verzeichnet.

Der HFRI Fund-Weighed Composite Index legte von Januar bis Oktober fast 17 Prozent zu. Für dieses Jahr erwartet die Deutsche Bank in ihrem Servicegeschäft für Hedge-Fonds Zuwächse, da der Marktanteil steige und die Kundengruppe umsatzstärker werde. Analyst Brad Hintz von der Vermögensverwaltung Sanford C. Bernstein geht davon aus, dass die beiden dominanten Akteure im Servicegeschäft mit Hedge-Fonds, Goldman Sachs und Morgan Stanley, Marktanteile einbüßen werden, weil sich die Hedge-Fonds, vergrault durch die Lehman-Krise, in andere Regionen verzogen haben. Zu den Profiteuren dürfte neben der Deutschen Bank auch die Credit Suisse gehören, so der Experte.

Bei der Deutschen Bank steht im Brokergeschäft für Hedge-Fonds die Region Asien-Pazifik im Fokus. "Das hohe Niveau des Wirtschaftswachstums wird sich im Anlagevolumen aller Investmentklassen widerspiegeln - und bei Hedge-Fonds besonders", sagt Bausano. Die Deutsche Bank hat daher 15 neue Mitarbeiter für Prime Finance eingestellt.

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