Hohe Verluste und Mittelabflüsse
Finanzkrise setzt Fonds kräftig zu

Die Turbulenzen an den Märkten schütteln auch die Fondslandschaft durch. Investmentfonds leiden unter Mittelabflüssen und müssen als Konsequenz Positionen aus ihrem Bestand verkaufen. Aber auch viele Hedge-Fonds enttäuschen ihre Anleger mit hohen Verlusten.

HB FRANKFURT. Große Mittelabflüsse hat in unsicheren Zeiten die Fondsindustrie zu verzeichnen. Um den Anlegern das Geld für ihre Anteile auszuzahlen, müssen Fondsgesellschaften auf der anderen Seite Vermögenswerte aus ihrem Bestand verkaufen, sofern sie keine ausreichenden Barmittel in ihren Portfolios vorhalten. Dies verstärkt momentan den Abgabedruck an den weltweiten Aktienmärkten.

Während kleinere Vermögensverwalter je nach Lage an den Aktienmärkten virtuos mit ihrem Investitionsgrad spielen, sind die Fondsmanager großer Investmentgesellschaften zumeist voll investiert. Da sie gleichzeitig auch die weitaus größeren Portfolios steuern, ist der Druck, den sie durch die Zwangsliquidierung von Positionen auf den Gesamtmarkt ausüben, zumeist deutlich höher. Während die Deutschen Kapitalanlagegesellschaften nur das von den Anlegern anvertraute Geld investieren, jonglieren internationale Hedge-Fonds zudem mit aufgenommenen Fremdmitteln, um eine höhere Rendite für ihre Kunden zu erzielen. Eine höhere Rendite birgt in der Regel ein höheres Risiko in sich.

Wenn über Fonds gesprochen wird, ist es zunächst notwenig, die Bandbreite dieser Anlegergruppe zu klären. Zum einen gibt es die Publikumsfonds, die in Deutschland ihre Vorschriften im Investmentgesetz finden. Darin ist klar festgelegt, wie die Gelder der Anleger investiert werden dürfen. Die in Deutschland zugelassene Zunft der Hedge-Fonds ist auf Grund der Regularien und damit verbundenen geringen Gelder unter Management nahezu zu vernachlässigen. Großen Einfluss auf den Kursverfall an den Börsen wird dagegen momentan dem Deleveraging der internationalen Hedge-Fonds und der Private-Equity-Industrie zugeschrieben.

Enttäuschung über die Bundesregierung

In Deutschland hat der BVI Bundesverband Investment und Asset Management, die Interessenorganisation der deutschen Investmentindustrie, noch keine Zahlen für September vorgelegt. Von den großen Anbietern ist allerdings unter der Hand zu erfahren, dass auch sie hohe Nettomittelabflüsse zu verzeichnen hatten. Bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS ist von überdurchschnittlichen Nettomittelabflüssen die Rede.

Bei Union Investment, dem Vermögensverwalter der Genossenschaftsbanken heißt es, dass die Garantie der Bundesregierung für Bankeinlagen für erhebliche Verunsicherung unter den Fondsanlegern gesorgt habe, weil zu Sondervermögen kein Wort gesagt wurde. Lediglich die DekaBank, der Asset Manager der Sparkassen, lässt durchblicken, dass die Anteilrückgaben bislang nicht so hoch ausgefallen sind, dass dafür Positionen aufgelöst werden müssten.

Seite 1:

Finanzkrise setzt Fonds kräftig zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%