Hoher Ölpreis sorgt für starken Wertzuwachs – Fondsmanager sehen gute Einstiegschancen im Bereich Biotechnologie
Energiefonds hängen andere Branchenprodukte ab

Branchenfonds stehen in der Gunst der Anleger oft weit oben - zumindest dann, wenn sie erfolgreich sind. So wie der MLIIF World Energy von Merrill Lynch, der aktuell zahlreiche Empfehlungslisten ziert.

HB HAMBURG. Dessen Manager Robin Batchelor und Poppy Buxton erzielten in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von knapp 44 Prozent und ließen damit sämtliche anderen Vertreter dieser Kategorie hinter sich. Außer dem Spitzenreiter weist von den zehn volumenstärksten Branchenfonds lediglich ein weiterer ein zweistelliges Zwölf-Monats-Ergebnis aus, während Technologie- und Biotech-Fonds sogar ins Minus rutschten (siehe Tabelle).

"Seit Monaten laufen weltweit die Fördertürme heiß, kollabieren die Raffinerien, versanden die Benzinlager und platzen die Short-Positionen der Spekulanten", erklärt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des unabhängigen Finanzdienstleisters SJK Fonds-Skyline die Beliebtheit der Energiefonds. Insbesondere bei Explorationsunternehmen und Öldienstleistern, deren Gewichtung im MLIIF World Energy seit dem Frühjahr deutlich verstärkt worden sei, gebe es angesichts des Förderstaus mittelfristig durchaus noch Potenzial. Dennoch bremst Bennewirtz schon einmal vorsorglich die Euphorie: "Wer den Fonds bereits im Depot hat, kann die damit erzielten Gewinne abschöpfen und den Rest stehen lassen. Für einen Neueinstieg sind die Bewertungen derzeit aber zu hoch."

Wohlwollender beurteilt Bennewirtz die aktuell weniger gefragten Biotech-Fonds. "Die demographische Entwicklung steht ebenso fest wie die Endlichkeit fossiler Brennstoffe, sagt er. "In der Biotechnologie wachsen die Umsätze derzeit mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 30 Prozent im Jahr. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,4 für 2006 ist die Branche jedoch anders als der Energie-Sektor historisch niedrig bewertet." Entsprechend ausgerichtete Fonds seien deshalb aktuell eine attraktive antizyklische Beimischung.

"Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20 sind Amgen oder Biogen-Idec fast schon ein Value-Investment", sagt auch Michael Sjöström. Der Manager des Pictet Biotech erwartet, dass die attraktiven Bewertungen über kurz oder lang neue Interessenten anlocken, zumal es aus vielen Unternehmen ermutigende Nachrichten gebe: "Auf dem jüngsten Krebsforscher-Kongress in Orlando haben beispielsweise die von Genentech und Celgene präsentierten Therapieergebnisse die Erwartungen übertroffen."

Für besonders interessant hält Sjöström derzeit Unternehmen, deren Produkte in einen neuen Zyklus treten. Entsprechende Investments machen mehr als 50 Prozent des Portfolios aus. Davon abgesehen stehen im Pictet Biotech nach wie vor große und mittelgroße Firmen im Vordergrund: Der Anteil von Small Caps mit einer Marktkapitalisierung von weniger als einer Mrd. Dollar macht lediglich 17 Prozent aus, im Vergleichsindex Nasdaq Biotech sind es dagegen 34 Prozent.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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