Home Bias
Globalfonds-Klassiker setzen auf Deutschland

Viele Privatanleger setzen bevorzugt auf den heimischen Aktienmarkt, da er ihnen besonders vertraut ist. Zu diesem als Home Bias bezeichneten Verhalten neigen durchaus auch Fondsmanager. Dies belegt eine Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover.

HAMBURG. Auf den ersten Blick scheint dies auch auf den Vermögensbildungsfonds I der DWS zuzutreffen. „Wir gewichten Deutschland derzeit mit 14 Prozent, was aber nicht am Home Bias, sondern unter anderem an den attraktiven Bewertungen deutscher Unternehmen liegt“, stellt DWS-Manager Klaus Kaldemorgen klar, dessen Fonds in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 17,05 Prozent erzielte. Damit belegt der viertgrößte Globalfonds auf dem deutschen Markt Rang 123 von 403 weltweit anlegenden Konkurrenten. Unter den zehn volumenstärksten Produkten listet die Bad Homburger Analyseagentur Feri den Fonds auf Rang drei (Tabelle).

Ein Plus von 14,57 Prozent und damit rund 2,5 Prozentpunkte weniger erzielte der Uniglobal von Union Investment. Fondsmanager André Köttner setzt in vielen Punkten andere Akzente als Kaldemorgen: So gewichtet er den vom DWS-Manager favorisierten Informationstechnologie-Sektor nicht mit 20, sondern nur mit elf Prozent und weicht auch sonst stark von der Positionierung des Vermögensbildungsfonds I ab. Das zeigt ein Blick auf die zehn größten Engagements: Zwei der zehn größten Positionen des DWS-Fonds hält Köttner überhaupt nicht, in sechs weiteren Favoriten seines DWS-Konkurrenten ist der Union-Manager nur in sehr kleinem Umfang investiert. Lediglich die Allianz-Aktie gewichtet Köttner mit 1,8 Prozent etwa ebenso hoch wie Kaldemorgen. Der gesamte Finanzsektor hat dagegen einen Anteil von rund 22 Prozent – rund doppelt soviel wie beim Vermögensbildungsfonds I.

Auch Köttner traut dem deutschen Aktienmarkt einiges an Potenzial zu: Mit einem Anteil von 7,4 Prozent ist der heimische Markt ebenfalls gegenüber dem MSCI Welt übergewichtet. Allerdings bevorzugt er im Inland vor allem defensive Aktien.

„Im Zuge einer möglichen Abschwächung der US-Konjunktur ist auch mit Auswirkungen auf die deutsche Exportbranche zu rechnen“, sagt Köttner. Auch außerhalb Deutschlands setzt er eher auf die defensive als auf die zyklische Karte und gewichtet beispielsweise Pharma- oder auch Energiewerte gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Welt über. Auf regionaler Ebene bevorzugt Köttner unter anderem den asiatischen Markt: „Durch die steigende Binnennachfrage können Länder wie Indien und China ihre Abhängigkeit von der US-Wirtschaft im Laufe der Zeit verringern.“

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