Hyposwiss profitiert
Mischfonds-Manager reduzieren Aktienquote

Stefan Jäggi von der Eidgenössichen Privatbank Hyposwiss verfolgt mit seinem Fond „Danube Tiger“ den recht kuriosen Ansatz, nur in Ländern zu investieren, die der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie angehören. Der Erfolg bestätigt seine Arbeit.

HAMBURG. Für Stefan Jäggi ist das einstige Herrschaftsgebiet der Habsburger in Mittel- und Südosteuropa von großem Interesse: Der Manager des Hyposwiss (Lux) Fund Danube Tiger investiert überwiegend in Länder der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie. Mit diesem exotischen Ansatz war Jäggi in den vergangenen zwölf Monaten sehr erfolgreich: So erzielte der flexible Mischfonds unter den 279 von Feri Rating & Research gelisteten Produkten dieser Kategorie mit einem Plus von 24,05 Prozent das zweitbeste Ergebnis (siehe Tabelle).

Der Fonds der Schweizer Privatbank Hyposwiss gewichtet Österreich derzeit mit 33 Prozent am höchsten, gefolgt von Rumänien mit 30 Prozent und Kroatien mit acht Prozent. Angesichts des auf 337 Mill. Euro angestiegenen Fondsvolumens sind seit Anfang 2006 auch Investments in Deutschland möglich, wo Jäggi aktuell mit sechs Prozent gewichtet ist. Als klassischen Osteuropafonds stuft Jäggi den Danube Tiger allerdings nicht ein, da er Russland komplett meidet und Polen nur am Rande berücksichtigt.

Bei der Aufteilung von Renten und Aktien strebt Jäggi grundsätzlich eine Gewichtung von jeweils rund 50 Prozent an. Derzeit hat er Aktien mit 55 Prozent übergewichtet, schöpft den maximal erlaubten Spielraum von 60 Prozent jedoch nicht aus. „Das Bewertungsniveau der Aktienmärkte in der Region ist recht hoch, so dass wir die Quote eher reduzieren als aufstocken werden“, so Jäggi. Weil ihn die Rentenmärkte noch weniger überzeugen, ist er in diesem Segment mit 23 Prozent deutlich untergewichtet. Fünf Prozent des Portfolios hält er derzeit in Immobilienfonds, die restlichen 17 Prozent als Barreserve. Ganz anders hat Marco Heise den von ihm betreuten Bremen-Trust-Warburg-Fonds, der derzeit auf Rang sechs liegt, aufgestellt. Der Fondsmanager des Bremer Bankhauses Carl F. Plump & Co. investiert nahezu ausschließlich in Deutschland und hat bei der Aufteilung von Aktien und Renten im Gegensatz zu Jäggi vollkommen freie Hand.

Derzeit gibt er Aktien mit einem Gewicht von 85 Prozent noch klar den Vorzug. Doch das soll sich ändern. „Die Lage am deutschen Aktienmarkt wird im zweiten Halbjahr entschieden schwieriger, da viele Sektoren bereits ihr faires Bewertungsniveau erreicht haben“, sagt Heise. Angesichts des geringen Renditevorsprungs vor Geldmarktpapieren hält er derzeit nur zwei Prozent des Portfolios in Renten. Diese Quote will der Manager des bei Warburg Invest aufgelegten Fonds demnächst vorsichtig aufstocken. Heise: „Da wir noch von wenigstens zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank ausgehen, werden wir in diesem Segment vorwiegend auf variabel verzinste Papiere setzen.“

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