Im Gespräch mit: Wolfgang Maier, EnBW
"Die Preise werden sinken"

Ein institutioneller Investor wie EnBW nutzt Exchange Traded Funds zur taktischen Steuerung des Portfolios. Der EnBW-Konzernbevollmächtigte Wolfgang Maier spricht im Handelsblatt-Interview über die Vor- und Nachteile der ETFs und wirft einen Blick in die Zukunft.

Herr Maier, wie sieht die Struktur Ihrer Kapitalanlagen aus?

Wolfgang Maier: Unser Vermögen zur Deckung von Rückstellungen beträgt 5,5 Mrd. Euro. Wir peilen eine mittelfristige Zielrendite von 5,5 Prozent pro Jahr an. Derzeit stecken 19 Prozent der Gelder in Aktien, fünf Prozent in Wandelanleihen, ein Prozent in Private Equity. Unsere Private-Equity-Quote werden wir auf bis zu vier Prozent ausbauen. Die Manager dafür haben wir bereits ausgewählt. Der Aufbau dieses Anteils wird zu Lasten der Aktien gehen. Dazu kommen Rohstoffe und Immobilien mit Quoten von fünf beziehungsweise drei Prozent. Ein Zehntel der Gelder steckt aus taktischen Gründen in Cash, der Rest in Staatsanleihen. Unternehmensanleihen beginnen wir gerade aufzubauen.

Wo kommen in dieser Struktur Investmentfonds vor?

Sie haben einen Anteil von 25 Prozent, in denen allerdings die ETFs noch nicht enthalten sind. Investmentfonds sind aus mehreren Gründen für uns interessant: aus Bilanzierungsgründen, sie bieten eine gewisse Flexibilität, die Managerauswahl ist leicht, und die Transparenz des Produkts spricht dafür. Unsere ETF-Quote beträgt fünf Prozent, kann aber bis auf zehn Prozent steigen.

Wo sind Sie genau engagiert?

Wenn wir die Aktienquote erhöhen, dann in erste Linie über ETFs. Wir reden über den Euro Stoxx, den S&P 500, den Nikkei und den MSCI Japan. Dazu kommen diverse ETFs auf Anleihe-Benchmarks und Messlatten für Rohstoffe, konkret der GSCI und dessen Subindex ohne Energieteil. Außerdem haben wir noch passive Mandate in Spezialfonds auf den Anleiheindex JP Morgan Government EMU oder auch den Euro Stoxx 50. Diese Mandate stehen teilweise in direkter Konkurrenz zu den entsprechenden ETFs.

Wie sieht diese Konkurrenz aus?

Passive Spezialfonds-Mandate bieten uns Kostenvorteile. Der Aktien-ETF auf den Euro Stoxx kostet 15 Basispunkte Managementgebühr pro Jahr, bei einem analogen passiven Mandat kommen wir mit fünf Basispunkten weg. Außerdem wird ausländische Quellensteuer von einem Spezialfondsmandat zurückgeholt, bei einem ETF ist das nicht immer so.

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