Im internationalen Aktienfonds Uniglobal sind deutsche Werte übergewichtet
Union-Manager halten Energieaktien für zu teuer

Volks- und Raiffeisenbanken vertreiben ausschließlich Fonds der Konzerntochter Union Investment - das ist ein Vorurteil, das schon lange nicht mehr stimmt. Allein der US-Anbieter Fidelity weist mittlerweile mehr als 400 Kooperationsverträge mit Genossenschaftsbanken auf.

HB HAMBURG. Und die Wahrscheinlichkeit, in einer bayerischen oder ostfriesischen Filiale den Aktienfonds Fidelity European Growth angeboten zu bekommen, ist mittlerweile fast ebenso hoch wie eine Kaufempfehlung für die interne Konkurrenz UniEuropa oder UniEuroAktien.

Geht es dagegen um weltweit anlegende Aktienfonds, steht der hauseigene Uniglobal eindeutig im Vordergrund. Durchaus zu Recht, denn zumindest in den vergangenen zehn Jahren überzeugte der 1960 aufgelegte Klassiker durch kontinuierlich über dem Durchschnitt liegende Leistungen. Das dokumentiert unter anderem das von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust vergebene Top-Rating (A), das unter den zehn größten Globalfonds aktuell lediglich drei weitere Produkte erhalten haben.

Auch in den vergangenen zwölf Monaten schlug Union-Fondsmanager Thomas Meier den Vergleichsindex MSCI World - wenn auch nur knapp. Mit einem Wertzuwachs von 18,7 Prozent belegt er unter 362 analysierten Fonds Rang 138. "Wir waren bei den besonders gut gelaufenen Energietiteln wie BP, Total und Eni untergewichtet", erläutert Meier. Nicht erst auf dem aktuellen Niveau hält er die Branche - abgesehen von Servicegesellschaften wie Halliburton oder Schlumberger - für überbewertet.

Eine andere grundsätzliche Investmententscheidung erwies sich dagegen mittlerweile als goldrichtig: Seit längerem bereits setzt Meier einen Schwerpunkt auf deutsche Aktien, die im Uniglobal aktuell mit 18 Prozent gewichtet sind. "Titel wie Allianz, Deutsche Post oder SAP sind deutlich billiger als vergleichbare US-Unternehmen", betont der Union-Manager. US-Aktien machen in seinem Portfolio derzeit nur 31 Prozent aus.

Mit 45 Prozent deutlich stärker in den USA vertreten ist der Fidelity International, während deutsche Aktien dort nur auf 4,2 Prozent kommen. Ein Mischungsverhältnis, das möglicherweise nicht nur die Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken abschreckt. Dennoch wären sie mit der amerikanischen Alternative zum Uniglobal in den vergangenen Jahren etwas besser gefahren - zumindest seit Ende 2003. Damals übernahm Fidelity-Manager Richard Skelt das Ruder und beschränkt sich seither bei dem zeitweise zu stark auf Wachstumstitel ausgerichteten Fonds auf die Aufteilung der Länder und Branchen.

Die Auswahl der Einzeltitel dagegen delegiert er an regionale Spezialisten wie Graham Clapp, den Manager des erfolgreichen Fidelity European Growth. Eine Arbeitsteilung, die bislang recht gut funktioniert, wie das jüngste Zwölf-Monats-Ergebnis von 23,15 Prozent und die Rating-Verbesserung zeigen.

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