Im Rentenbereich werden kurze und mittlere Laufzeiten bevorzugt
Fondsmanager suchen ihre Aktienfavoriten in Euro-Land

Reformen in Deutschland und Frankreich könnten den Börsen einen deutlichen Schub verleihen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Momentan scheint nicht viel für deutsche Aktien zu sprechen. Die politischen Reformen, auf die vor allem ausländische Investoren hoffen, sind zwar geplant, kommen aber nicht so recht vom Fleck. Außerdem gewann der Dax seit seinem März-Tief mehr als andere Börsen-Barometer, was ihn anfällig für Gewinnmitnahmen macht. Aber Fondsmanager Christoph Berger sieht das anders. „Einige inländische Unternehmen sehen erste typische Anzeichen für einen Turnaround“, sagt er und billigt den heimischen weiterhin beachtliches Potenzial zu. Er ergänzt: „Voraussetzung ist eine moderate Konjunkturerholung, von der wir auch für Kontinentaleuropa im nächsten Jahr ausgehen.“

Berger ist verantwortlich für den Adig Plusfonds. Das Produkt der zur Commerzbank gehörenden Cominvest liegt dank eines Zwölfmonats-Wertgewinns per Ende August von 3,48 % auf dem fünften Platz unter 68 offensiv gemanagten Mischfonds (Tabelle). Als „offensiv“ gelten jene gemischten Fonds, die grundsätzlich in Aktien und Anleihen investieren können, ihren Schwerpunkt aber regelmäßig bei den Aktien setzen.

Nach eigenen Angaben hat Berger momentan rund 80 % des Fondsvermögens in Aktien, das restliche Fünftel in Anleihen investiert. „Bei den Aktien liegt sein Fokus auf Dax- und MDax-Werten“, sagt Fonds-Analyst Dietmar Herbach von Feri-Trust in Bad Homburg. Die Benchmark des Fonds sei Anfang vergangenen Jahres umgestellt worden. Bis dahin hätten offensivere Aktien ein stärkeres Gewicht im Fonds gehabt. „Dies erklärt zu einem großen Teil die nicht befriedigende langfristige Wertentwicklung ebenso wie das gute Abschneiden des Fonds im laufenden Jahr“, sagt Herbach.

Mit 70 % nicht ganz so stark in Aktien investiert derzeit Thorsten Winkelmann. Ein kleines Plus von 0,66 % reicht Winkelmanns DIT-Allianz Flexi Euro Wachstum zum zehnten Rang im Konkurrenzvergleich. „Auf dem derzeitigen Niveau dürften die Märkte einen Boden gefunden haben“, sagt der Fondsmanager vom DIT, der zur Allianz Dresdner Asset Management gehörenden Publikumsfondsgesellschaft. Im Gegensatz zu Adig-Mann Berger findet Winkelmann seine Aktienfavoriten in Euroland. „Wir orientieren uns relativ indexnah am Euro Stoxx 50“, sagt Winkelmann.

Für Winkelmann bietet nicht nur Deutschland, sondern das gesamte Euroland „tendenziell eine Turnaround-Chance.“ Sollten die Reformen in Deutschland und Frankreich umgesetzt werden, könnte dies die Volkswirtschaften der beiden wichtigsten EU-Länder beflügeln und den Börsen einen Schub geben, glaubt der DIT-Stratege. Diese Meinung passt ins Konjunkturbild von Berger. Dennoch sehen beide auch mögliche Risiken beim Ölpreis, einem noch schwächeren Dollar und bei einem Scheitern der Reformen in Kerneuropa.

Nach eigenen Angaben hat Winkelmann in jüngster Zeit bei konjunktursensiblen Werten wie Siemens oder BASF Gewinne mitgenommen. Ausgebaut wurden hingegen die Gewichtung von Ölförderern und Verarbeitern wie Total Fina Elf oder Royal Dutch. Berger wiederum berücksichtigt Dax-Werte derzeit etwas stärker als die Titel aus dem MDax. „Die größeren Nebenwerte haben sich zuletzt deutlich besser entwickelt als der Dax, so dass der frühere Bewertungsabschlag aufgezehrt ist“, lautet Bergers Begründung.

Im Rentenbereich bevorzugen beide Fondsmanager kurze und mittlere Laufzeiten. Diese Ausrichtung spiegelt die positiven Konjunkturerwartungen der zwei Strategen wider. Denn Wirtschaftswachstum bedeutet in der Regel steigende Renditen und fallende Anleihenkurse. Die Verluste sind aber im kurzen und mittleren Bereich nicht so ausgeprägt wie bei Langläufern.

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