Immaterielle Vermögenswerte entwickeln sich zu einer eigenen Produktgruppe
Anleger investieren in Ideen

Banken sehen in der Verwertung von immateriellen Vermögenswerten - Patentrechten, Markenrechten, Lizenzen etc. - ein neues Geschäftsfeld. Anlegern soll über die Kreation neuer strukturierter Produkte künftig verstärkt Zugang zu diesen auf geistigem Eigentum basierenden neuen Anlageklassen geboten werden. Dies gilt vor allem für Patente, mit denen diese immateriellen Vermögenswerte abgesichert werden.

FRANKFURT. Bekanntlich nimmt Deutschland als " Land der Dichter, Denker, Tüftler und Erfinder" bei der Patentierung von Ideen weltweit einen Spitzenrang ein. Immer mehr global operierende deutsche Industrie-Unternehmen erkennen die Chance, die nicht nur in der eigenen Nutzung patentierter Ideen, sondern auch in deren Fremdverwertung liegt. Darüber hinaus sichern sich immer mehr Erfinder ihre Ideen über Patente ab. Der boomende Markt für Patente hat Finanzinstitute auf den Plan gerufen, Anlegern Möglichkeiten zu bieten, vom wirtschaftlichen Potenzial des riesigen globalen Patent-Pools zu profitieren. Experten-Schätzungen zufolge sollen bis zum Jahr 2010 weltweit rund 500 Mrd. US-Dollar für Patentlizenzen gezahlt werden. Experten verweisen darauf, dass Marken, Patente und Urheberrechte in der heutigen Wissensgesellschaft zu den wertvollsten Gütern einer Volkswirtschaft gehören.

Banken erfüllen für Patentinhaber Beratungs- und Finanzierungsaufgaben. Auf der anderen Seite verpacken sie Patentideen in strukturierte Produkte und bieten sie Anlegern zur Zeichnung an. Nachdem unter anderem Credit Suisse und Vevis GmbH für Vermögenswerte mit Patentfonds Pionierarbeit geleistet haben, kommt jetzt die Deutsche Bank mit dem geschlossenen Patentfonds, "Patent Select I", der in zwölf Patente investiert. Diese Patente wurden von der Deutschen Bank speziell für diesen geschlossenen Fonds erworben und sollen am Ende der Laufzeit nach sechs Jahren wieder veräußert werden.

Nach Angaben von Thomas Rüschen, Leiter des Bereichs Asset Finance & Leasing, wurden die Patente überwiegend von Universitäten erworben. Dabei gehe es um Erfindungen bzw. Ideen aus Biologie, Werkzeugbau und technischem Maschinenpark. Die teilweise an den Fonds-Anteilseigner ausgeschütteten Erträge kommen aus den Lizenzeinnahmen und den Verkaufserlösen der zwölf Patente am Ende der Laufzeit des Fonds. Die Deutsche Bank rechnet für diesen Fonds mit einer Rendite von zwölf Prozent pro Jahr vor Steuern.

"Der Anleger weiß bei unserem Produkt konkret, in was er investiert", sagt Michael Rhein von Deutsche Bank Private Wealth Management. Er betont jedoch auch die Gefahren eines solchen Investments, die unter anderem in dem Risiko der Umgehung von Patentrechten oder aber in Rechtsstreitigkeiten bzw. Prozessrisiken liegen. "Der Anleger muss verstehen, dass er mit dem Erwerb von Fondsanteilen das in der Ungewissheit über die wirtschaftliche Verwertung von Patenten liegende unternehmerische Risiko übernimmt", sagt Rüschen.

"Das Produkt passt in die aktuelle Anlagestrategie der Deutschen Bank, die auf die Stärkung von Alternativ-Investments ausgerichtet ist", sagt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer des Instituts. Bekanntlich korrelieren solche alternativen Investmentformen nur wenig mit den traditionellen Anlageformen Aktien und Anleihen, so dass sie Risiken aus dem Gesamtdepot des Investors nehmen. Anleger müssen allerdings berücksichtigen, dass geschlossene Fonds mehr oder weniger illiquide Investments darstellen. Das Investitionsvolumen des Fonds wurde auf 24,5 Mill. Euro fixiert. Die Mindestzeichnungssumme liegt bei 50 000 Euro.

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