Immer mehr Fonds aufgelöst
Anleger müssen Tauschangebote prüfen

Immer mehr Fondssparer erleben eine böse Überraschung: Ihr Fonds wird aufgelöst. Dieses Schicksal ereilte im vergangenen Jahr 228 Publikumsfonds, nachdem 2004 bereits 163 Fonds aufgelöst wurden, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) berichtet.

HB HAMBURG. In diesem Jahr könnte das Fondssterben sogar einen neuen Höchststand erreichen. „Die jüngsten Fusionen im Bankensektor dürften dafür sorgen, dass viele Fonds der Tochterunternehmen zusammengelegt oder aufgelöst werden“, sagt Roland Aulitzky vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest.

Häufigster Grund für eine Fondsauflösung ist dessen mangelndes Volumen. Denn jeder Fonds benötigt eine gewisse Mindestgröße, um profitabel arbeiten zu können, da die Managementkosten ansonsten nicht mehr aus den laufenden Erträgen gedeckt werden können. Die kritische Grenze liegt nach Ansicht von Experten bei etwa 20 Millionen Euro. „Wenn sich ein Fonds dieser Marke nähert, sollten Anleger alarmiert sein und sich Alternativen überlegen“, sagt Carsten Heise, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Denn je niedriger das Fondsvolumen sei, desto geringer sei für Anleger in der Regel auch die Chance auf eine gute Performance.

Wird ein Fonds aufgelöst, bleibt dem Anleger allerdings noch genügend Zeit, denn die Gesellschaften müssen ihn darüber 13 Monate im Voraus informieren. Zugleich wird ihm ermöglicht, in einen ähnlich ausgerichteten Fonds der Gesellschaft zu wechseln. Dieser Tausch muss kostenfrei sein, das heißt, es dürfen weder Ausgabeaufschläge noch sonstige Gebühren berechnet werden.

Ansonsten bleibt dem Anleger nur die Möglichkeit, zwangsweise Kasse zu machen, denn gegen die Schließung selbst kann er nichts unternehmen.

Nach Ansicht des BVI erleiden Anleger bei Fondsauflösungen in der Regel keine Nachteile. Denn bei einem zu geringen Volumen würden durch den Wechsel in einen größeren Fonds die Fixkosten sinken. Außerdem sei bei Kleinst-Fonds die Aussicht auf eine bessere Performance oft gering, so dass eine Umschichtung durchaus vorteilhaft sein könne.

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