Immobilien
Fonds-Branche macht gute Stimmung

Die Krise um den im Dezember geschlossenen Immobilienfonds der Deutschen Bank ist ausgestanden. Die Abwertung hält sich in Grenzen. Doch die Branche an sich ist noch lange nicht aus dem Schneider, auch wenn sie sich das selbst einredet.

HB FRANKFURT. Die Neubewertung des Fonds Grundbesitz Invest hat nach Einschätzung des Branchenverbandes BVI gezeigt, dass offene Immobilienfonds eine schwankungsarme Anlageform sind. Die Deutsche Bank hatte die Abwertung des Fonds, der am Freitag wiedereröffnet wird, auf lediglich 2,4 Prozent beziffert. Erwartet worden war das Doppelte. „Offene Immobilienfonds haben ihre Feuertaufe bestanden“, sagte daraufhin der Sprecher des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI), Andreas Fink, am Donnerstag auf Anfrage.

Die Risikostreuung bei den Fonds nach Ländern und Nutzungsarten der Immobilien habe sich als Vorteil erwiesen, erklärte Fink. Das System funktioniere. Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate hatte deutsche Objekte des Fonds insgesamt abwerten müssen, ausländische Objekte dagegen aufgewertet.

Die in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellose Schließung eines offenen Immobilienfonds hatte in der Branche zu erheblicher Unruhe geführt und die Anleger schwer verunsichert. Viele zogen ihr Geld ab. Analysten glauben auch nicht daran, dass sich dieses Verhalten nun ändern wird. Sie erwarten in den kommenden Wochen weitere massive Abflüsse.

„Da dürfte schon ein großer Betrag abfließen“, prognostiziert Branchenexperte Stefan Loipfinger. Wenn nur jeder sechste Anleger in der nächsten Zeit verkaufe, summierten sich die Abflüsse auf 1 Mrd. Euro, schätzt er. „Rational gibt es für die Anleger keinen Grund, weitere Verluste zu befürchten, aber so mancher Anleger dürfte einfach enttäuscht sein.“ Ein anderer Branchenexperte rechnete mit Abflüssen in „lediglich“ dreistelliger Millionenhöhe.

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