Immobilienfonds
Anleger bewahren einen kühlen Kopf

Branchenexperten hatten erwartet, dass andere Immobilienfonds unter der Schließung des Grundbesitz-Invest der Deutschen Bank zu leiden haben werden. Doch offenbar ziehen die Anleger ihr Geld nicht ab. Die Fondsanbieter ihrerseits helfen sich gegenseitig, die Krise zu meistern. Nur die Deutsche Bank steht außen vor.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. „Die Mittelabflüsse sind nicht außergewöhnlich. Wir halten das für sehr ermutigend“, sagte Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer, des Branchenverbandes BVI. Frank Billand, Vorstand der Difa, der Vertreterin der Genossenschaftsbanken unter den Anbietern offener Immobilienfonds, ergänzte am Mittwoch: „Per heute können wir sagen, dass sich bislang keine bedeutenden Veränderungen bei den Rückgaben gezeigt haben. Die Kundenanfragen sind verständlicherweise auf erhöhtem Niveau.“

Ein Sprecher der Commerzbank-Tochter CGI meinte mit Blick auf das nur zu 20 Prozent in deutsche Immobilien investierte eigene Flaggschiff „Hausinvest“, die Anleger könnten offenbar differenzieren. Gleichwohl will der BVI möglicherweise steigenden Rückflüssen verstärkte Vertrauenswerbung entgegensetzen.

Aus Finanzkreisen verlautete, die Investmentgesellschaften hätten sich gegenseitig Stützungsbereitschaft signalisiert. Es sei erklärtes Ziel, die Deutsche Bank zu isolieren. Die Branche sei extrem sauer, weil es erste Anzeichen für eine Besserung bei Büroimmobilien gebe. Jetzt sprängen vor allem die Ausländer wieder ab und warteten auf sinkende Preise, sagte ein Branchenvertreter.

Die Deka-Bank versicherte, sie bleibe bei der Liquiditätszusage und der unbeschränkten Rücknahme von Anteilen für das laufende Geschäftsjahr, das bei der Deka Immobilien bis 30. September 2006 geht. Gleiches gelte für die Renditezusage. „Wir werden das nicht ändern, wir stehen zu unseren Kunden.“

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