Immobilienfonds
Branche sucht nach Auswegen aus der Krise

Die Befürchtungen der Kritiker offener Immobilienfonds haben sich erneut bestätigt. Investmentgesellschaften und Sachverständige haben die Immobilienkrise in Deutschland unterschätzt.

FRANKFURT. Mit dem Grundbesitz-Invest der DB Real Estate ist ein weiterer Deutschland-Fonds in die Krise geraten. Die DB Real Estate möchte dessen gesamtes Immobilienportfolio außerplanmäßig neu bewerten lassen, weil sie kräftigen Wertberichtigungsbedarf vermutet.

Üblicherweise werden Fondsimmobilien über das Jahr verteilt und – wie vom Investmentgesetz gefordert – ein Mal jährlich von unabhängigen Sachverständigen begutachtet. Die Gutachter können selbst außerplanmäßige Neubewertungen anregen. Den Auftrag erteilt jedoch allein die Investmentgesellschaft. Seit der Krise des Deka-Immobilienfonds im Herbst 2004, als externe Gutachter erheblichen Abschreibungsbedarf feststellten, sind kürzere Bewertungsintervalle in der Diskussion.

„Kürzere Bewertungsintervalle könnten eine Alternative zu einem solchen Paukenschlag sein“, sagt Gernot Archner, Geschäftsführer des BIIS Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachverständigen, in dem die Fonds-Gutachter zusammengeschlossen sind. Die DB Real Estate reagiere mit dieser „sehr ungewöhnlichen Maßnahme“ aber letztendlich auf die Marktentwicklung in Deutschland. Der Grundbesitz-Invest ist zu rund 65 Prozent in Deutschland und mit fast 26 Prozent im besonders stark von der Krise betroffenen Rhein-Main-Gebiet engagiert.

Die beiden großen Immobilienberatungsgesellschaften Atisreal und Jones Lang Lasalle haben Ende des dritten Quartals 2005 noch einmal höhere Leerstände als vor Jahresfrist in den deutschen Büroimmobilienhochburgen Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München ausgewiesen. Für Frankfurt melden sie aktuell Leerstandsquoten von etwa 14 Prozent.

Dass im Laufe dieses Jahres die Zahl der Neuvermietungen gestiegen ist, liegt allein daran, dass Mieter bei Auslaufen ihrer Mietverträge sich neue, preiswertere Quartiere suchen. Die Situation für die Mieter ist günstig. So haben alle Deutschland-Immobilienfonds ihre Anstrengungen um neue Mieter verstärkt – und machen sich so Konkurrenz. Reinhardt Gennies, Chef der Deka Immobilien Investment, berichtete kürzlich, dass Neuverträge zu zehn Prozent geringeren Mieten als zuvor abgeschlossen würden. Niedrigere Mieten führen zwangsläufig zu sinkenden Gebäudewerten.

Seite 1:

Branche sucht nach Auswegen aus der Krise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%