Immobilienfonds
Branchenverband übt sich in Optimismus

Nach der erstmaligen Schließung eines offenen Immobilienfonds durch die Deutsche Bank ist die befürchtete Massenflucht der Anleger aus solchen Fonds nach Einschätzung des Branchenverbandes ausgeblieben.

HB FRANKFURT. „Der Vorfall ist ein singuläres Ereignis“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), Stefan Seip, in einem dpa- Gespräch. Liquiditätsengpässe und hohe Abwertungen der Bestände bei anderen Fondsgesellschaften seien laut einer Umfrage des Verbands „weder geplant noch zu erwarten.“

Die Finanzaufsicht BaFin überprüft nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ derzeit den Handelsumsatz des Immobilienfonds „grundbesitz-invest“ der Deutschen Bank auf Unregelmäßigkeiten. Demnach sollen der BaFin Informationen vorliegen, dass vor dem Handelsstopp am Dienstag einige Kunden der Deutschen Bank vorab informiert worden seien und ihre Anteile somit noch rechtzeitig verkaufen konnten.

Bis zur Neubewertung des Immobilienbestands Anfang Februar, durch den erhebliche Wertberichtigungen entstehen könnten, bleibt der Fonds geschlossen. Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Josef Ackermann, den am Mittwoch (21.12.) als Angeklagten im Mannesmann-Prozess das Urteil des Bundesgerichtshofs erwartet, hatte einigen Anlegern im Fall von Wertverlusten Unterstützung zugesagt, ohne jedoch Details zu nennen.

BVI-Hauptgeschäftsführer Seip plädierte dafür, die möglichen Risken der Fonds in Zukunft stärker zu betonen, um Anleger nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. Zwar sei den Investoren seit der Gründung der ersten offenen Immobilienfonds 1959 noch nie ein Verlust entstanden, eine moderate Wertminderung der Anteile in einzelnen Jahren könne aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Die Gewinne waren zuletzt deutlich gesunken. „Trotzdem bleiben Immobilien ein relativ risikoarmes Investment“, meinte der Fondsexperte.

Liquiditätsengpässe waren bei mehreren Gesellschaften aufgetreten, ohne dass es zu einer Schließung kam. Sie ließen sich künftig dadurch vermeiden, dass die Investmentgesellschaften einzelne Immobilien von einem Fonds an einen anderen verkaufen dürfen, meinte Seip. Dazu sei jedoch eine Gesetzesänderung notwendig.

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