Immobilienfonds
„Das geht noch Jahre so weiter“

Kanam, Degi und jetzt Morgan Stanley: Es sind prominente Namen, die ihre offenen Immobilienfonds schließen müssen. Eine Anlageform, die lange als sicheres Investment für Privatanleger galt, gerät zusehends unter Druck. Wolfgang Kubatzki, Mitglied der Geschäftsführung bei der Fondsratingagentur Feri über die Konsequenzen.
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Handelsblatt: Fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften aus der Immobilienfondsbranche. Kippt jetzt eine ganze Anlageform?

Wolfgang Kubatzki: Eindeutig nein. Es kippt keine Anlageform, nicht heute und nicht in den kommenden Wochen. Offene Immobilienfonds sind für Anleger noch immer das beste Vehikel, wenn sie breit gestreut in Immobilien investieren wollen.

Wie kann der Anleger dann aber erkennen, was ein guter und was ein schlechter Immobilienfonds ist?

Der Privatanleger kann das in der Regel nicht erkennen. Er müsste beispielsweise das Investitionsschema analysieren. Das kann er normalerweise nicht. Es gibt aber drei Grundvoraussetzungen für den Erfolg eines Immobilienfonds: Der erste ist eine angemessene Größe. Wenn der Fonds kleiner als eine Milliarde Euro ist, wird es problematisch. Das gilt umgekehrt auch, wenn er mehr als zwölf Milliarden Euro schwer ist. Dann ist er ein Tanker, der kaum mehr zu steuern ist. Zweitens sollte jeder Fonds eine Vorwärtsstrategie haben. Dazu gehört auch die Möglichkeit, an frisches Geld zu kommen. Und drittens sollte die Vertriebsstruktur so sein, dass sie die Aufgeregtheiten am Markt auffängt.

Acht weitere Problemfälle sind bekannt. Erholen die sich wieder?

Ich gehe davon aus, dass alle das Potenzial dazu haben. Allerdings kann man eine weitere Marktbereinigung nicht ausschließen.

Wieder einmal holt uns die von vielen längst abgehakte Immobilienkrise ein. Was droht hier noch?

Das geht noch Jahre so weiter. Die größte Unsicherheit ist die Refinanzierung. Die Fonds müssen lernen, wieder auf sichere, solide Finanzierungen zu setzen. Ungeachtet dessen können Leute mit klarem Kopf jetzt auch Geld verdienen.

Kommentare zu " Immobilienfonds: „Das geht noch Jahre so weiter“"

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  • Hier wird wieder mal ein Gaunerstück aufgeführt.Wenn ein immofonds in seriöse langfristig vermietete Objekte investiert benötigt er weder bankkredite noch irgendwelche geheimnisvolle investoren,die ihr Geld zu möglichst hohen Zinsen kurzfristig parken wollen.Das kann nur schiefgehen.Die "investoren" holen ihr Geld samt Zinsen rechtzeitig raus ,der kleine Anleger ist - wie immer - der Depp,der alles zahlt.

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