Immobilienfonds
Deutsche Bank verspricht „schnelle Hilfe“

Nicht nur die Finanzaufsicht übt wegen des geschlossenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest Druck auf die Deutsche Bank aus. Auch die Politik hat sich inzwischen eingeschaltet. Die Schelte scheint erste Wirkung zu zeigen.

HB FRANKFURT. „Privatanlegern, die in der jüngeren Vergangenheit in den Fonds investiert haben und durch die bevorstehende Neubewertung nun ein mögliches Risiko einer Wertminderung haben, wollen wir schnell und unbürokratisch helfen“, erklärte Bankchef Josef Ackermann am Donnerstag in Frankfurt nachdem er tagelang geschwiegen hatte. Für jene Investoren, die in den vergangenen zwei Jahren Anteile gekauft hätten, solle ein fairer Wertausgleich geschaffen werden. Konkrete Maßnahmen könnten aber erst nach der bis Februar geplanten Neubewertung des Fonds bekannt gegeben werden.

Die Alternative einer pauschalen Stützung des Immobilienfonds aus Eigenmitteln der Bank scheint damit zunächst vom Tisch zu sein. Dies war von mehreren Seiten gefordert worden mit dem Hinweis, dass auch andere Institute dies in der Vergangenenheit getan hätten. „Die Deutsche Bank könnte etwas machen, und es gäbe eine Menge Leute, die sehr glücklich wären, wenn sie es täten“, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Donnerstag zur Haltung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der Präsident der Behörde, Jochen Sanio, habe Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bereits im November getroffen und auf ein Engagement gedrängt. Dieser Wunsch habe nach wie vor Bestand. Die Deutsche Bank und die BaFin wollten sich hierzu nicht äußern.

Am Dienstag hatte die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate angekündigt, ihren mehr als 5 Mrd. Euro schweren, vorwiegend in Deutschland investierten Fonds Grundbesitz-Invest zu schließen. Anleger können damit vorerst ihre Anteile nicht in Geld tauschen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Bank die Immobilien neu bewerten wolle. Berichten zufolge wollten Anleger am Montag und Dienstag etwa eine halbe Milliarde Euro an Mitteln abziehen, woraufhin die Deutsche Bank den Fonds schloss. Rechtlich darf sie das. Andere Häuser wie die HVB oder die DekaBank hatten in ähnlichen Situationen allerdings ihre Fonds mit eigenen Mitteln gestützt.

Die Kritik an der Deutschen Bank wegen der Schließung des Immobilienfonds kommt inzwischen auch aus der Politik: Der stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Joachim Poß forderte das Geldinstitut am Donnerstag auf, der „Verantwortung für den Finanzmarkt“ gerecht zu werden. Poß betonte, dass ein offener Immobilienfonds in Schwierigkeiten gerate, sei grundsätzlich nichts beunruhigendes. „Solche Probleme lassen sich aber geräuschlos aus der Welt schaffen, wie das die Beispiele der offenen Immobilienfonds von Sparkassen und Volksbanken gezeigt haben, bei denen die Mütter den Fortbestand der Fonds gesichert haben.“

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Carl-Ludwig Thiele, sagte, die Deutsche Bank müsse umgehend für Transparenz sorgen. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass der ganzen Branche der offenen Immobilienfonds ein starker Kapitalabfluss droht.“ Die Bank solle ihre Entscheidung zumindest begründen und versuchen, auf diese Weise die Verunsicherung der Märkte zu beenden.

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