Immobilienfonds mit Problemen
Wie die Deka-Bank die Krise meisterte

Am 17. März 2005 zog der Verwaltungsrat der Deka-Bank die Notbremse: Der Vorstandsvorsitzende Axel Weber musste gehen, zum kommissarischen Chef an der Spitze des zentralen Fondsdienstleisters der Sparkassen wurde Finanzvorstand Fritz Oelrich berufen. Die Krise um den offenen Deutschland-Immobilienfonds der Deka Immobilien Investment hatte ihren Höhepunkt erreicht.

FRANKFURT. Vor allem die unsichere Kommunikation von Weber hatte zu einem Imageschaden für die Bank geführt, die je zur Hälfte den Sparkassen und Landesbanken gehört. Seit der Verwicklung eines Ex-Geschäftsführers in den Frankfurter Korruptionsskandal war die Deka nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen herausgekommen. Die Anleger gaben als Reaktion hierauf Anteilsscheine in Milliardenhöhe zurück, zeitweise musste die Deka an einem einzigen Tag netto 50 Mill. Euro Abgänge verkraften.

Zu den ersten Amtshandlungen von Oelrich zählten vertrauensbildende Maßnahmen. Er sprach Klartext: Erstens: „Der Fonds wird nicht geschlossen.“ Zweitens: „Wir stehen für diesen Fonds ein – unbeschränkt.“ Drittens: „Es gibt keine Schmerzgrenze.“

Dann kam das Handwerkliche. Zusammen mit dem neuen Immobilien-Chef Reinhardt Gennies wurde ein Maßnahmenkatalog abgearbeitet, der zur Stabilisierung des Immobilienfonds führte. Zahlreiche Objekte im In- und Ausland wurden veräußert, darunter das Prestige-Objekt „Skyper“, das die Immobilientochter für 472 Mill. Euro an die Mutter Deka Bank verkaufte. Gleichzeitig wurde den Anlegern eine Mindestrendite von zwei Prozent garantiert, der aktive Vertrieb über die Sparkassen wurde gestoppt. Der Europa-Immobilienfonds wurde als neues Premium-Produkt positioniert. Parallel dazu setzte sich die Deka-Bank öffentlichkeitswirksam für mehr Transparenz in der Branche ein.

Der gesamte Kraftakt hat seinen Preis: 2004 wurden Rückstellungen von 500 Mill. Euro gebildet, von denen in diesem Jahr wohl 270 Mill. Euro verbraucht werden. Die Schließung des Fonds der Deutschen Bank kommt für die Deka zur Unzeit, war sie doch gerade dabei, die Früchte der Sanierung zu ernten. Jetzt droht der Branche ein neuer Imageschaden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%