Immobilienfonds
Müller: Fondskrise ist überwunden

Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, gibt nach der Krise um den offenen Immobilienfonds der Deutschen Bank Entwarnung. „Die Gefahr einer Systemkrise wurde vermieden“, sagte Müller gestern im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW).

HB FRANKFURT. Müller räumte ein, dass in den ersten Tagen nach der Schließung des Grundbesitz-Invest-Fonds auch aus anderen Fonds Gelder in beachtlichem Umfang abgezogen wurden. „Jetzt nähern sich die Rückflüsse aber wieder dem Normalpegel“, sagte der BdB-Chef. In Finanzkreisen hatte nach der Affäre um den Deutsche-Bank-Fonds zunächst die Sorge grassiert, dass die Anleger scharenweise Gelder aus Immobilienfonds abziehen und damit andere Banken in Schwierigkeiten bringen könnten. Vermieden wurde das nach Angaben Müllers nicht zuletzt durch die Erklärung der Deutschen Bank, zumindest einen Teil der Anleger in fairer Weise für eventuelle Verluste zu entschädigen. Zudem lobte Müller die enge Zusammenarbeit aller Bankenverbände mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Bundesbank.

Offene Kritik an der Deutschen Bank vermied Müller, deutete aber an, dass hinter den Kulissen massiver Druck auf Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann ausgeübt wurde: „Familienstreitigkeiten regeln wir in der Familie, ohne öffentlich darüber zu reden. Alles, was gesagt werden muss, wird gesagt.“ Zur Argumentation der Deutschen Bank, aus juristischen Gründen sei eine Schließung des Fonds unvermeidbar gewesen, sagte er, die den Juristen gestellte Frage sei zu eng gefasst gewesen. Es gehe nicht nur um mögliche Schäden für Aktionäre, sondern auch um Reputationsschäden, die zu beachten seien.

Zurückhaltend äußerte sich Müller, im Hauptberuf Chef der Commerzbank, zu den Perspektiven der Branche im neuen Jahr. Die meisten Häuser erwarten nach seiner Einschätzung nicht, dass sie die unerwartet guten Ergebnisse des Jahres 2005 entscheidend verbessern können. Ein zweistelliges Wachstum sehe kaum ein Institut voraus. In diesem Jahr habe die Branche aufgrund der anhaltenden Kostenkontrolle, der geringen Risikovorsorge sowie der positiven Aktienmarktentwicklung besser abgeschnitten als erwartet. Trotzdem sei mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen. hjk/pot

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