Immobilienfonds
Neues Gesetz könnte Dachfonds zum Verkauf treiben

Auf die Kritik von Immobilienanlegern, deren Geld derzeit in Fonds festhängt, hat die Politik reagiert. Das „Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts“ ist vom Kabinett verabschiedet. Anfang 2011 soll es in Kraft treten. Doch nicht alle Neuregelungen werden begrüßt.
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DÜSSELDORF. Das neue Gesetz, über das derzeit im Parlament beraten wird, könnte die Dachfonds dazu motivieren, noch schnell aus ihren Investitionen in offenen Immobilienfonds auszusteigen. "Es ist ein Webfehler im Entwurf des Investmentgesetzes, dass die Abflüsse bei Immobiliendachfonds nicht wie bei den offenen Immobilienfonds gebremst werden", sagt Christian A. Völxen, der das Immobilienteam des Analysehauses Feri Eurorating leitet.

Die Dachfonds müssen auch, nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist, Anteile ihrer Kunden täglich zurücknehmen, investieren aber selbst in offene Immobilienfonds, die eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren haben. Im dritten Jahr nach Zeichnung sollen bei Anteilsrückgaben zehn Prozent, im vierten fünf Prozent des Rücknahmebetrags abgezogen werden. Alle Anleger können monatlich lediglich Anteile im Wert von bis zu 5 000 Euro zurückgeben.

Also machen Dachfonds schon jetzt Kasse, um selbst flüssig zu bleiben. Zwar soll Anlegern, die bereits investiert sind, wenn das neue Investmentgesetz in Kraft tritt, die Mindesthaltedauer erlassen werden. Aber an den Abschlägen in den beiden Folgejahren kämen sie nicht vorbei. Die würden zulasten ihrer Kunden gehen, weswegen diese schon jetzt Anteile zurückgeben und damit die Dachfonds in Zugzwang bringen. "Wir kämpfen dafür, dass die Rücknahmeabschläge für Altanleger wegfallen", sagt Barbara Knoflach, als Vorstand der SEB Asset Management für den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest verantwortlich.

Auch Rreef-Deutschland-Chef Georg Allendorf plädiert dafür, Altanleger nicht rückwirkend mit Abzügen zu bestrafen, wenn sie Anteile zurückgeben. Ohnehin hielten Privatanleger ihren Fonds weitaus länger als vier Jahre die Treue. Neuanlegern wird erst nach vier Jahren der volle Gegenwert ihrer Anteile erstattet. Auch Allendorf ist der Ansicht, dass die Abzüge verringert werden sollten. Ihm schweben fünf Prozent im dritten und drei Prozent im zweiten Jahr nach Ablauf der Mindesthaltedauer vor.

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