Immobilieninvestment
Zu wenig Gebäude für grüne Fonds

Grüne Gebäude sind gefragt: Das Interesse an nachhaltigen und ernergieffiziente Immobilieninvestments ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Etliche Fonds für institutionelle Investoren wollen den grünen Trend nutzen, doch es fehlen ihnen noch geeignete Investitionsobjekten.
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BERLIN. Politisch favorisiert die Immobilienbranche die Farbe Gelb, wie eine Umfrage vor der Bundestagswahl zeigte. Geschäftlich gibt man sich zunehmend grün: Immer mehr Entwickler planen Gebäude, die sowohl ökologische wie ökonomische und soziokulturelle Nachhaltigkeitskriterien erfüllen - und treffen damit offensichtlich bei Investoren einen Nerv.

Den ersten deutschen Immobilienfonds für institutionelle Investoren, der ausschließlich in "grüne" Gebäude investiert, rührt seit Juli die iii-Investments, Tochter der Hypo-Vereinsbank. Sie peilt ein Investitionsvolumen von 400 Mio. Euro binnen zwei bis drei Jahren an. Der Fonds investiere nur in zukunftsfähige und energieeffiziente Büroimmobilienprojekte sowie Bestandsobjekte an wirtschaftlich dauerhaft attraktiven Standorten in Westeuropa, erläutert iii-Investments-Geschäftsführer Reinhard Mattern. Sie müssen eine national oder international gängige Nachhaltigkeitszertifizierung vorweisen, etwa das US-Label Leed, Breeam aus Großbritannien, HQE aus Frankreich oder das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB). In Passivhäuser werde investiert, wenn sie zertifiziert seien. Erste Investments sollen im ersten Halbjahr 2010 erfolgen, noch sind keine Objekte gesichert.

Bereits im April hat die Credit Suisse mit dem CS REF Green Property den ersten nachhaltigen Schweizer Immobilienfonds aufgelegt. Mit dem vollständig platzierten Volumen von 300 Mio. Franken und einem möglichen Fremdkapitaleinsatz von 50 Prozent können bis zu 450 Mio. Franken investiert werden, sagte Ulrich Braun von Credit Suisse Real Estate Asset Management dem Handelsblatt. Der Fonds hat bereits Projekte über 220 Mio. Franken gesichert und soll binnen fünf Jahren für das Publikum geöffnet und an der Schweizer Börse notiert werden. Investiert wird in Projekte und Objekte mit Wohn-, Handels-, Büro- und Gewerbeflächen, die die strengen Anforderungen des eigens entwickelten Gütesiegels "Greenproperty" erfüllen. Sein Rating ist umfassender als alle bisherigen in der Schweiz: Unabhängige Experten sollen die ökologischen, ökonomischen und sozialen Qualitäten in den Bereichen Energie, Materialien, Nutzbarkeit, Infrastruktur und Lebenszyklus bewerten.

Nachdem Anfang 2009 das ebenfalls strenge deutsche DGNB-Siegel etabliert wurde, ergäben sich auf Dauer auch für hiesige Anleger Investmentchancen, sagen Fachleute. "Es ist mit einer Vielzahl an Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Immobilien zu rechnen, vor allem über Spezial- und Publikumsfonds", sagt Kevin Schaefers, Geschäftsbereichsleiter Family Office bei Feri Family Trust. "Immer dann, wenn Staaten Zertifizierungssysteme für Nachhaltigkeit auflegen, wirken diese als Katalysator für die Auflegung von nachhaltigen Immobilienprodukten auf dem Markt", erläutert er. Durch konkrete Kriterien und Zertifizierungen ließen sich Produkte besser erstellen und vermarkten. "Die Kapitalanlagegesellschaften arbeiten bereits auf Hochtouren an entsprechenden Produkten." Zu den bereits aktiven europäischer Anbietern nachhaltiger Immobilienfonds zählen Branchenkenner die niederländische Bowfonds Asset Management, Kenmore (Sustento), Palmer (Palmer Climate Change Capital und Aberdeen (UK Sust Property Investment Fund).

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