Immobilienkrise
Das Zittern der Fondsanleger

Die Immobilienfonds Degi Europa und Morgan Stanley P2V Value sind angeschlagen. In diesen Tagen klärt sich ihre Zukunft. Auf dem Spiel Milliarden-Einlagen von mehr als 50 000 Anlegern. Das Handelsblatt hat untersucht, welche Möglichkeiten es für die Fonds gibt.
  • 1

HB DÜSSELDORF. Früher konnte Walter Klug, Chef der Immobilien-Kaptialanlagesesllschaft von Morgan Stanley, wortgewandt erklären, warum Anleger in seinem offenen Immobilienfonds "Morgan Stanley P2 Value" bestens aufgehoben sind. Heute fehlen im die Argumente. Seit fast zwei Jahren tauscht der Fonds die Anteile seiner Anleger nicht mehr gegen Geld. Nun hört man nicht viel mehr von ihm, als dass Gebäude verkauft werden sollen und dass der Fonds noch vor Ende der Zweijahresfrist wieder Anteile von Anlegern zurücknehmen und offen bleiben soll.

Ende Oktober endet die im Investmentgesetz definierte Zweijahresperiode für die Aussetzung der Anteilsrücknahme für den P2 Value. Wie es gelingen soll, den Fonds offen zu halten, wo doch gewaltige Rückgaben drohen, dazu sagt Klug nichts. Der von Aberdeen Property verwaltete Fonds "Degi Europa" ist in der gleichen Situation. War die frühere Degi-Chefin Bärbel Schomberg schon weit weniger mitteilungsfreudig als Branchenkollege Klug, so äußert sich der neue Chef Hartmut Leser allenfalls über seinen Pressesprecher. Der Tenor ist der gleiche wie bei Morgan Stanley: "Wir verkaufen und öffnen rechtzeitig."

Kein Ton ist von den Fondsmanagern allerdings darüber zu hören, mit welchen Reaktionen der Anleger sie rechnen. Kein Wort zu möglichen Auffanglösungen, die eine erneute Aussetzung der Anteilsrückgaben verhindern würden, falls mehr Anleger Kasse machen wollen, als erwartet.

Beide Fonds zusammen haben ein Volumen von rund 2,3 Mrd. Euro. Dahinter stehen mehr als 50 000 Anleger. Was mit ihnen und ihrem Geld geschieht ist umso spannender, als gegenwärtig noch sechs weitere reine Publikumsimmobilienfonds mit einem Volumen von 21,5 Mrd. Euro eingefrorenen sind. Sie alle waren Teil der großen Schließungswelle im Oktober 2008, nahmen aber zwischenzeitlich für eine Weile Anteile zurück, bevor sie erneut die Auszahlung von Anlegergeldern blockierten.

Wie es weitergeht? Es bleibt bei Spekulationen. Sechs Szenarien sind denkbar:

Szenario I: Verkaufen und Öffnen
Szenario II: Schlimmer geht nimmer
Szenario III: Ende mit Schrecken
Szenario IV: Stützungskäufe
Szenario V: Die Abwicklung
Szenario VI: Spezialfonds übernehmen

Seite 1:

Das Zittern der Fondsanleger

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Kommentare zu " Immobilienkrise: Das Zittern der Fondsanleger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 1) Die Anleger waren sehr dumm und Naiv.
    2) Die Vorstände und Fondsmanager dieser Kapitalvernichtungsanstalten wussten garantiert das es auf dauer nicht gut gehen kann.
    3) Kein Risiko für die Leute, denn solange Geld in die Fonds fließt fließen auch die absurden Gehälter weiter.
    4) Garantie durch die Gesetzgeber, Du als Manager Fondchef etc. hast einen Freifahrtschein - du wirst niemals zur Verantwortung gezogen werden.
    5) im Grunde genommen sind die Typen die Kriminellen, aber eben wegen der schönen Rechtslage nicht zu fassen. Also Leute geht mal davon aus das ihr einen großen Teil wenn nicht sogar alles mit eurer Anlage verliert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%