Impact Investing Geld machen und Gutes tun

Geld anlegen oder spenden? Rendite machen oder Gutes tun? Es geht auch beides, gleichzeitig. Auch wenn es noch keinen Boom gibt: Der Markt für solche Fonds wächst rasant. Die Anleger sind begeistert.
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Eine Ananasfabrik des Familienunternehmens Dilifrost in Costa Rica soll Arbeitsplätze in einer ärmlichen Region schaffen. Ein Fall für Investoren, die mehr als nur Rendite wollen. Quelle: dpa
Impact Investing

Eine Ananasfabrik des Familienunternehmens Dilifrost in Costa Rica soll Arbeitsplätze in einer ärmlichen Region schaffen. Ein Fall für Investoren, die mehr als nur Rendite wollen.

(Foto: dpa)

ZürichEine Ananasfabrik in Costa Rica: Um Arbeitsplätze in einer ärmlichen Region zu schaffen und die Qualität zu steigern, will das Familienunternehmen Dilifrost eine eigene Plantage kaufen. Ein Fall für Investoren, die neben Rendite auch Gutes tun wollen. Anderes Beispiel: In Ägypten verspricht der private Bildungsanbieter Cira Familien neben dem maroden staatlichen Bildungswesen eine gute Schulbildung für Kinder zu erschwinglichen Preisen. Die Nachfrage ist riesig, der Betreiber braucht Geld zum expandieren.

In beiden Fällen sorgen Kundengelder der größten Schweizer Bank UBS für Abhilfe. Sie hat schon 2,5 Milliarden Franken (rund 2,3 Milliarden Euro) in solchen Anlagen, und in den nächsten fünf Jahren sollen weitere 4,4 Milliarden Euro dazukommen. „Wir sind davon überzeugt, dass „Impact Investing“ in den nächsten 20 Jahren zu den besten Investitionsmöglichkeiten gehören wird“, sagt Mark Haefele von der UBS Vermögensverwaltung.

Die Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Stars
Platz 10: Israel Englander
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2016 war kein gutes Jahr für Hedgefonds-Manager. Die 25 bestverdienenden erwirtschafteten insgesamt elf Milliarden US-Dollar. Das klingt zwar viel, ist aber der schlechteste Gesamtverdienst seit 2005. Unter die Top Ten der Bestverdienenden schaffte es Israel (Izzy) Englander. Sein Business „Millennium Management“ startete er 1989 mit 35 Millionen Dollar Kapital. Im vergangenen Jahr verdiente er 410 Millionen US-Dollar.

Quelle: Institutional Investor's Alpha Magazine

Platz 9: David Shaw
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Knapp über dem von Israel Englander liegt der Verdienst des amerikanischen Investors David Shaw. Er erhielt im vergangenen Jahr 415 Millionen US-Dollar. Im Gesamtvergleich erscheint er trotzdem wie ein kleiner Fisch. Andere Hedgefonds-Manager haben 2016 mehr als das Doppelte verdient.

Platz 8: Michael Hintze
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Der britisch-australische Geschäftsmann Michael Hintze gründete 1999 die Asset Management Firma CQS. Mittlerweile gehört er zu den bestverdienenden Hedgefonds-Managern weltweit. 2016 strich er satte 450 Millionen US-Dollar Salär ein.

Platz 7: Paul Singer
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Das Vermögen von Paul Singer wird aktuell auf rund 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. 1977 gründete er mit 1,3 Millionen Dollar Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten der USA und hat seit seiner Gründung nur in zwei Jahren Geld verloren. Im Jahr 2016 verdiente Singer 590 Millionen Dollar.

Platz 6: Kenneth Griffin
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Der 48-jährige Multimilliardär gehört zu den reichsten Hedgefonds-Managern der Welt. Allein im vergangenen Jahr verdiente er 600 Millionen US-Dollar. Kenneth Griffin gründete das Hedgefonds-Unternehmen Citadel und ist dessen Vorsitzender. Außerdem ist er ein begeisterter Kunstsammler und kaufte 2016 für 200 Millionen Dollar ein Bild von Jackson Pollock und für 300 Millionen Dollar eines von Willem de Kooning.

Platz 5: David Tepper
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Der Gründer und Präsident von Appaloosa Management kommt für 2016 auf einen Jahresverdienst von 700 Millionen US-Dollar. 2009 war David Tepper sogar der bestverdienende Hedgefonds-Manager aller Zeiten. Damals kassierte er vier Milliarden Dollar.

Platz 3 und 4: John Overdeck und David Siegel
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John Overdeck und David Siegel sind zwei der Gründer von Two Sigma Investments. Der Hedgefonds nutzt für seine Strategien unter anderem künstliche Intelligenz. Overdeck und Siegel haben im vergangenen Jahr jeweils 750 Millionen Dollar verdient.

„Impact Investing“ heißt diese Geldanlage, wirkungsorientiertes Investieren auf deutsch. Dabei geht es nicht um schon lange bekannte „ethische Investitionen“ – beispielsweise solche, die nicht in Rüstungsfirmen oder Unternehmen investieren, die im Verdacht stehen, die Umwelt zu zerstören oder Menschen in Entwicklungsländern auszubeuten. Beim „Impact Investing“ fließen Gelder ausschließlich in Unternehmen, die den Zweck haben, soziale, gesellschaftliche oder Umweltprobleme zu lösen. Nicht nur in Entwicklungsländern. Bezahlbare Wohnungen in europäischen Ballungszentren, Job-Initiativen in verlassenen Kohlestädten der USA gehören auch dazu.

Die Rockefeller-Stiftung hat den Begriff 2007 geprägt. In den USA boomt dieser Markt bereits. Das Global Impact Investing Network (GIIN), ein Netzwerk umwelt- und sozialbewegter Anleger, schätzt das weltweit so angelegte Vermögen auf 144 Milliarden Dollar. Verglichen mit der Gesamtsumme gemanagter Investitionen ist das Peanuts: Die Summe ist nach Schätzungen 500 mal so groß, rund 75 Billionen Dollar (75.000.000.000.000). Aber die Wachstumsrate liegt bei 47 Prozent innerhalb eines Jahres. Seit 2013 sogar plus 1300 Prozent.

Katherine Brown befasst sich bei der Stiftung Weltwirtschaftsforum mit nachhaltigen Investments. „Drei Faktoren beflügeln Trends“, sagt sie: „Die Millennials, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen – die SDGs –, und die Volatilität des Marktes für kurzfristige Anlagen.“ Millennials – also Leute, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden – verlangten nach solchen Anlagen. Die 2016 in Kraft getretenen UN-Ziele – etwa: Armut beenden, Bildung für alle, menschenwürdige Arbeit – seien klare Handlungsvorgaben.

In Deutschland ist das wirkungsorientierte Investieren erst im Kommen. Immerhin hat sich der Umfang nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung von 2012 bis Ende 2015 auf etwa 70 Millionen Euro verdreifacht. Die Deutschen seien generell aktienscheu, sagt Wolfgang Zirus, Professor an der Munich Business School, einer privaten Fachhochschule für Wirtschaft. „Ihnen ist ein solches Vehikel eher fremd.“ Einen Boom erkenne er noch nicht. Es fehlten Intermediäre wie spezialisierte Fondsverwalter und Ratingagenturen, die solche Fonds bewerten, ebenso staatliche Initiativen.

Zwei größere spezialisierte Fondsmanager sind Ananda Ventures und BonVenture. Unter anderem ist auch die Deutsche Bank aktiv: „Das Investoreninteresse an solchen Nachhaltigkeits- und Wirkungsfonds, die einen Beitrag zu den von den Vereinten Nationen festgelegten SDGs leisten, wächst rasant“, heißt es da. 1,6 Milliarden Euro betreue sie in acht Fonds, die UN-Ziele fördern. Die Schweizer Credit Suisse weist knapp drei Milliarden Euro in „Impact Investments“ aus.

Knackpunkt, so Brown, ist das Bestimmen der Erfolge. „Wie misst man die Wirkung?“ An Standards dafür werde gearbeitet. In einer GIIN-Umfrage sagten 98 Prozent der befragten Anleger, ihre Erwartungen in Bezug auf die Wirkung seien übertroffen worden. 91 Prozent verdienten zudem auch noch mehr Geld als erwartet.

  • dpa
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