In der Image-Falle

Jede Menge Probleme für Fondsgesellschaften

Die vier großen deutschen Fondshäuser stehen vor einem Umbau. Das margenträchtige Geschäft mit Privatkunden schrumpft, weil die Branche unter ihrem Image leidet. Aber das ist nicht das einzige Problem.
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Das Anlagegeschäft bei der Dekabank wird umstrukturiert. Quelle: dpa

Das Anlagegeschäft bei der Dekabank wird umstrukturiert.

(Foto: dpa)

FrankfurtMichael Rüdiger soll es richten. Der ehemalige Privatbanker und Chef der Credit Suisse für Zentraleuropa soll die Sparkassen-Fondstochter Dekabank wieder auf Spur bringen. Die Personalie ist der Startschuss für den Umbau. Der Dekabank geht es wie der Deutschen Bank und der Allianz: Auch hier stehen die Fondssparten vor einer Umstrukturierung.

„Das hat es noch nie gegeben“, urteilt Oliver Heist, Leiter Asset-Management beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young. „Die Gesellschaften müssen jetzt die Weichen richtig stellen, damit sie ihre Aufgaben lösen können.“ Von den vier großen heimischen Anbietern steht nur die Tochter der Genossenschaftsbanken, Union Investment, auf stabilen Beinen. Es geht um einen riesigen Markt. Allein in Deutschland verwalten die „großen Vier“ knapp eine Billion Euro, den Großteil des Geldes für Großinvestoren wie Pensionskassen und Versicherungen.

Zwar sehen die Probleme bei jedem der Großen in Schwierigkeiten anders aus. Aber die allgemeinen Ursachen sind überall die gleichen. Spätestens seit dem Beginn der Finanzkrise vor fünf Jahren hat sich die Welt für die Fondsanbieter verändert. „Die Branche leidet unter drei Belastungen“, sagt Heist: Die Privatanleger stoßen Fondsanteile ab, die Branche kämpft mit Imageverlusten, und dann greifen Aufsichtsbehörden heute stark in das Geschäft ein, machen es teurer.

Ein großes Ertragsproblem verursacht der Rückzug der Privatanleger aus Fondsprodukten. Mehrere Krisen haben die Freude gerade an Aktienprodukten verleidet. Auch die Fondsbranche wird verantwortlich gemacht für die Exzesse im Investment-Banking, obwohl gerade sie daran nicht schuld ist. „Insgesamt schrumpfte das Vermögen der Publikumsfonds, die auf Private zugeschnitten sind, von 731 Milliarden Euro Ende 2007 auf 678 Milliarden Euro Mitte dieses Jahres“, sagt ein Sprecher des hiesigen Fondsverbandes BVI.

Imageverluste in der Finanzkrise
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10 Kommentare zu "In der Image-Falle: Jede Menge Probleme für Fondsgesellschaften"

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  • Sie haben scheinbar noch nie nachgerechnet auf welche Summen sich ihre harmlos erscheinenden 1-2 Prozent (pro Jahr) addieren? hier eine kleine Hilfe: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99
    Jetzt reden Sie wahrscheinlich nicht mehr von Peanuts...

  • Richtig, genau dies ist das Problem der Branche. Aktives Management lohnt sich nicht - eine Outperformance wird Studien zufolge nicht erzielt und die Kosten für die Verbraucher sind enorm! siehe Vergleichsrechner: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99
    ETFs werden sich auf Dauer etablieren und die klassischen Fonds werden nach und nach aufgelöst, weil sie durch das aktive Management schlicht zu teuer sind. Wer will schon Zusatzgebühren bezahlen, für eine Leistung (Outperformance) die nachweislich dauerhaft nicht erbracht werden kann?

  • @aufundweg: Dieses klassische Benchmark-Denken ist, zumindest was Vermögensverwaltungsprodukte betrifft, nicht mehr wirklich zeitgemäß. Wie will ich denn ein aktiv über alle Assetklassen gemanagtes Produkt mit einem starren Index, der womöglich nur eine Anlageklasse abbildet, vergleichen? Das ist ein Vergleich der mehr als hinkt und der Leistung des Fondsmanagments nicht gerecht wird. Das einzig akzeptable ist ein Vergleich untereinander (in gewissen Peer-Groups) aber auf keinen Fall mit einem Index. Aktienfonds vs. passender Aktienindex stimme ich zu - der Vergleich passt durch die Bank weg.
    Stichwort Berater: Das ist jetzt auch wieder eines dieser Pauschalurteile, dass Berater reine Produktverkäufer sind. Auch hier ist es dringend notwendig zu differenzieren. Auch hier hat man Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Zumindest kann ich das von dem Bankensektor behaupten, in dem ich tätig bin. Obwohl ich zugeben muss, dass ich Ihr Statement bis vor 4/5 Jahren noch so unterschrieben hätte.
    Zurück zum Thema: Das was Sie hier im letzten Satz als Streuungsprodukte bezeichnen, sind sog. Multi-Asset-Produkte. Und zwar nicht halbaktiv (wie geht halbaktiv überhaupt?) gemanaged, sondern aktiv. Das ist die Zukunft! Produkte, die alle Assetklassen vereinen und je nach Marktlage die Assetklassen über- oder untergewichten. Die quasi das Risiko managen und danach dann die Fondsallokation ausrichten. ETF's oder Fonds, die nur eine Assetklasse abbilden (klassische Aktien- Renten oder Rohstofffonds) sollten nur noch zur langfristigen (10J + x) Anlage benutzt werden, wenn man von der positiven Entwicklung dieses Bereichs langfristig voll überzeugt ist. Und sind wir doch mal ehrlich, der Unterschied zwischen ETF's und (aktiven) Fonds, die einigermaßen anständig gemanaged werden, ist viel zu klein, dass es sich nicht wirklich lohnt um über diese 1-2% zu diskutieren :-) Schönes Wochenende zusammen!

  • @Manuel: wenn ca.15% (eher hochgegiffen) der Fonds nur eine Über-Marktrendite erwirtschaften, und sich diese Fonds auch noch ändern (!), dann macht aktives Management im Durchschnitt keinen Sinn. Und die Bankberater kennen das Produkt sowieso nicht, es sind VERKÄUFER, keine Berater. Der Verkäufer ist abhängig. Daher ist a) die Wahrscheinlichkeit gering, ÜBERHAUPT einen guten Fonds per ZUFALL zu erwischen und b) die Wahrscheinlichkeit SINKT noch mal zusätzlich, wenn "hauseigene" Fonds von Bankproduktverkäufern an den Mann gebracht werden. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: die Bankberatung taugt für Ottnormalverbraucher (im Schnitt) nullkommonix. Und ja, es gibt Ausnahmen, vielleicht gehöre Sie persönlich dazu, dann nehmen Sie meine Kritik nicht persönlich. Sie haben auch in einem Punkt recht: ältere Menschen haben noch häufig keinen Internetzugang und sind auf die Bankverkäufer angewiesen. Leider. Das wird sich über die Zeit ändern, das Fondsgeschäft mit aktiv verwalteten Fonds in martgängige Titel (Aktien) wird sukzessive vom Markt verschwinden. Allenfalls durch gute Streuungsprodukte (Aktien, Renten, Immobilien,Rohstoffe) kann halbaktives Management noch Sinn machen.

  • Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

    Die Fonds sind doch nur ein weiterer Aspekt des Hütchenspiels im Pyramidensystem der Zinsknecht - Finanzwirtschaft.

    Also nicht nachhaltig.

  • Ergänzung: PrivatFonds von Union Investment, 0% Ausgabeaufschlag, 1,22% TER, aktiver und innovativer Managementansatz über alle Assetklassen. Das kann sich auch kostenseitig mehr als sehen lassen!

  • Bitte nicht immer pauschalisieren und alle aktiv gemanagten Fonds über einen Kamm scheren. Das wird sehr vielen nicht gerecht. Eine weitere Bitte: Nicht immer nur die Vorteile von ETF's hinaus halten. Geringe Kosten sind nämlich auch das einzige Argument pro ETF.
    Man muss das ganze differenziert betrachten. Eine Fondsgesellschaft wie Union Investment, deren Geno-Kunden aus den Volks- und Raiffeisenbanken im Schnitt 50 Jahre alt sind (alleine 30% sind zwischen 50 und 67 Jahren), muss diesen Lösungen bieten, die Ihnen einfach zugänglich sind. Nämlich durch den Berater vor Ort und nicht über einen ETF-Deal via OnlineDepot. Zusätzlich sind starre Konstrukte wie ETF's, die null komma null auf Sondersituationen am Markt reagieren können, ich möchte fast sagen "aus der Mode". Aktives Management ist gerade in Zeiten volatiler Märkte, wie wir sie jetzt und noch die nächsten Jahre haben werden, wichtiger denn je! Ich spreche hier gezielt Mischprodukte bzw. Vermögensmanagementprodukte an, denen sich Fondsgesellschaften in Zukunft priorisiert widmen sollten. Dass gerade hierbei die Genossen und die Sparkassen hervorstechen wundert mich nicht und freut mich umso mehr.

  • Die meisten Fonds sind (viel) zu teuer, dass weiss inzwischen auch der Zahnarzt von nebenan. ETFs sind billiger - aber schaun wir auch mal auf die Leistung: fast kein temporärer Highfligher im offenen Fondsbereich schafft es über einen langen Zeitraum, den Markt zu schlagen (weder vor Kosten, und nach sowieso nicht). Und auch wer 10 Jahre lang gut war, erlebt irgendwann seinen Einbruch. Und dafür soll man 1,2% Gebühren oder eine (sowieso frisiert) TER von 2,0% zahlen (die TER umfasst nicht alle Kosten, sieh WIKI)? Klartext: das bedeutet, dass in 10 Jahren gerundet 20% (ja, muss man anders rechnen, Daumengröße) weg sind. Das aktive Management im Fondsbereich bleibt den Beweis schuldig, dass es sein Geld wert ist. Daher lieber passiv und preiswert, gute Streuung und fertig. Und die Versicherungen merken auch, dass sie ihre Produkte nicht mehr unbemerkt in überteuerte Fondsprodukte stecken können (schade um die kick-back-Zahlungen.....) das merken die Anleger (sogar bei den Fonds-Riester-Verträgen setzt sich diese Erkenntnis durch). Sollten Sie einen solchen Vertrag haben: still-legen (nicht kündigen).

  • Die Fonds und die deutschen Fondgesellschaften, vor allen Dingen DEKA müssen sich mehr an Benchmarks orientieren und diese überspringen. - Bis jetzt hat man manchmal den Eindruck, dass die Zielsetzung statt dessen ist, im letzten Viertel des Ranking einen Platz zu finden!

  • Dieser Schluss ist eindeutig zu kurz gedacht.

    Zu den Fons zählen auch sogenannte Rentenfonds. Wie sollen die wirtschaften, wenn die EZB den Zins einfach dirigistisch gegen Null stellt. Wenn von diesen Nulleinnahmen dann noch die Kosten abgesetzt werden, wie soll da noch ein Ergebnis erwirtschaftet werden. Die Versicherer können auch ein Lied davon singen.

    Was bei den Fonds laufend berichtet wird, erhascht die Lebensversicherungspoliceninhaber am Ende der Laufzeit ebenso.

    Das diese Finanzkonstruktion kaputt ist hängt nicht mit den Fonds sondern mit der zielgerichteten Politik des Herrn Draghi zusammen. Die Sparer zahlen halt jetzt schon für die so "erfolgreiche" Politik von Draghi, Merkel, Schäuble und Konsorten.

    Wenn wir Namen nennen, dann sollten es auch die richten, die verantwortlichen Personen sein. Es bringt nichts die Stellvertreter der Stellvertreter öffentlich auspeitschen zu lassen.

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