In Deutschland macht sich Deka zum Vorreiter
Auslagern von Fonds kommt in Mode

Das Auslagern von Fondsmandaten zu anderen Gesellschaften hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Trend in der Finanzbranche entwickelt. Ausgerechnet in Deutschland ist dieses „Sub Advisory“ aber noch nicht richtig angekommen.

LONDON. „Viele deutsche Finanzinstitute haben ein starkes eigenes Asset Management und haben bisher nur die Auslagerung von sehr speziellen Anlageklassen in Betracht gezogen“, sagt Alex Fletcher, Managing Director bei Goldman Sachs Asset Management in London. Vielleicht befürchteten die Fondsmanager hierzulande, bei einem Weiterleiten ihres Mandats als schlechte Manager angesehen zu werden. „Das Sub-Advisory-Geschäft wird sich in Deutschland in den nächsten drei bis fünf Jahren mindestens vervierfachen“, erwartet Fletcher. Als Vorreiter gilt das Branchen-Schwergewicht Deka, das die Verwaltung seines Emerging-Market-Fonds an JP Morgan ausgegliedert hat. Dass sich der Deka weitere anschließen werden, gilt auch in Deutschland als sichere Sache.

Beim Sub Advisory lagern Fondsmanager, Versicherer oder Banken das Management einzelner Vermögen aus, weil es sich um Nischenprodukte mit geringen Volumina handelt, bei denen sich das Management aus Kostengründen kaum lohnt. Oftmals stoßen die Institute auch Produkte ab, die in Eigenregie keine gute Rendite abwerfen. Manchmal wissen Kunden, dass ihre Mandate ausgelagert werden. Teilweise leiten die Fonds einzelne Mandate jedoch stillschweigend an einen anderen Manager weiter. Das muss keineswegs zum Nachteil der Kunden sein.

Das Volumen des Marktes in Europa ist schwer zu beziffern, weil nicht alle Mandate veröffentlicht werden. Schätzungen reichen von 40 Mrd. bis weit über 100 Mrd. Euro. Dass die Bedeutung des Geschäfts im vergangenen Bärenmarkt deutlich gestiegen ist, ist kaum verwunderlich. Auf der Suche nach kostensparenden Alternativen machten die Vermögensverwalter aus der Not eine Tugend. Regulatorische Änderungen und Ansprüche der Kunden auf höhere Renditen führten dazu, dass die Fonds sich mehr auf ihre Stärken konzentrieren mussten.

Deutschland ist bei der Auslagerung von Fondsmandaten bislang nur ein Entwicklungsland. Das liegt an der Struktur des Marktes – eine Hand voll Schwergewichte, die zu Großbanken gehören, teilt den Markt untereinander auf. Somit war der Leidensdruck bislang nicht so groß wie in anderen Ländern. Fletcher schätzt, dass das Auslagern von Teilen der Vermögensverwaltung hierzulande nicht einmal acht Mrd. Euro ausmacht.Selbst in Österreich haben die Institute schon – im Verhältnis zu ihrer Größe – deutlich mehr Geld in die Auslagerung gegeben. Experten schätzen dort das Volumen auf mindestens fünf Mrd. Euro. Märkte wie Großbritannien Spanien oder die Schweiz kommen schon jetzt auf mehr als das Dreifache des deutschen Wertes. Das Potenzial des Sub Advisory ist zumindest riesig: Das Volumen dürfte sich in den nächsten drei bis fünf Jahren nach Ansicht von Experten mindestens verdoppeln.

Das Geschäft lohnt sich für alle Gesellschaften, die Mandate annehmen. Goldman Sachs verlangt in der Regel ein Viertel der Rendite, die nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist. Dazu kommen Fixkosten, die im sechsstelligen Bereich landen.

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