In fallenden Märkten
Baisse-Strategie mit Tücken

Milliarden-Löcher klaffen in Bankbilanzen, vorbei die Rekordgewinne der Unternehmen, und die Konjunktur schwächt sich womöglich weltweit ab. Dabei pendelt der Dax bei rund 7450 Punkten keine zehn Prozent unter seinem Rekordniveau. Die Gefahr weiterer Kursrückschläge ist nicht ausgestanden. Mit Zertifikaten lässt sich einiges Risiko abfedern.

Der klassische Weg geht über Short-Papiere. Diese Zertifikate für Anleger mit guten Nerven haben einen enormen Hebel, der mit kleinem Einsatz für großen Effekt sorgt. Beispiel: Ein Short mit einer Basis bei 9150 Dax-Punkten kostet bei einem Indexstand von 7 500 etwa 16,50 Euro - wobei sich hier 100 Zertifikate einmal auf den Index beziehen. Sinkt der Dax auf 6200, springen die Zertifikate auf 29,50 Euro. Während der Index also 17 Prozent verliert, gewinnen die Shorts 79 Prozent. Doch dieser 4,6-fache Hebel hat seinen Preis: Dreht der Dax wider Erwarten nach oben, knicken die Short-Papiere ein. Bei einem Anstieg über die Knock-Out-Schwelle bei 9040 lösen sie sich in Luft auf.

Wer das heiße Spiel mit Short-Papieren scheut, kann Reverse-Bonus-Zertifikate einsetzen. Diese Papiere bieten eine festgelegte Rendite, wenn der Dax während der ganzen Laufzeit eine bestimmte Schwelle nicht überschreitet. Beispiel: Ein Reverse-Bonus mit einer Barriere bei 9 000 Punkten kostet derzeit 87 Euro. Bleibt der Dax bis Januar 2009 unterhalb der 9000er-Grenze, gibt es 122 Euro zurück; ein Plus von 40 Prozent. Diese 122 Euro im Zertifikat entsprechen im Index einem Stand von 5239 Punkten. Das heißt: Egal, wo genau der Dax am Ende der Laufzeit zwischen 9 000 und 5 239 landet, es gibt immer 122 Euro zurück. Sollte der Dax sogar unter 5239 rutschen, klettern die Gewinne weiter. Jeder Indexpunkt bringt etwa 1,5 Cent im Zertifikat.

Kritisch wird es, wenn der Dax doch wieder nach oben dreht. Bei einem Anstieg über die Barriere von 9 000 Punkten verliert das Zertifikat rapide an Wert. Der Nullpunkt erreicht wäre bei genau 13 433,64 Indexzählern. Auch wenn das sehr theoretisch erscheint, sollte eine Absicherung via Reverse-Bonus nicht blind gefahren werden. Stoppkurs ist möglich etwa 15 Prozent unter Einstand.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 36 vom 3.9.2007

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