Indexfond
JP Morgan kurz vor Start eines Kupfer-ETFs

Die Investmentbank JP Morgan steht kurz vor dem Start eines börsennotierten Indexfonds auf den Kupferpreis. Es wäre erst der zweite ETF weltweit, der Kupfer im Portfolio hält und dadurch den Preis des Metalls abbildet.
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FrankfurtDer ETF, der Kupfer im Portfolio halten soll, soll über die NYSE Euronext gelistet werden, wie aus einem Antrag an die US-Finanzaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) am Montag hervorging. Einer Sprecherin der NYSE Euronext zufolge wird der JPM XF Physical Copper Trust bis zum Juni 2012 auf den Markt kommen. Der JPM XF Physical Copper Trust soll die Entwicklung des Spot-Kupferpreises nachvollziehen, indem er das Industriemetall kauft und im Portfolio hält. Der Kupferbestand soll in Lagerhäusern von JP Morgans Tochtergesellschaft Henry Bath Group verwahrt werden, beispielsweise in den Niederlanden, Singapur, Südkorea, Shanghai und den USA.

Der geplante ETF hätte Seltenheitswert. Denn es wäre erst der zweite ETF weltweit, der Kupfer im Portfolio hält und dadurch den Preis des Metalls abbildet. Das erste Produkt dieser Art hat ETF Securities im Dezember 2010 auf den Markt gebracht. JP Morgan hatte Ende 2010 angekündigt, einen physisch hinterlegten Kupfer-ETF aufzulegen. Ebenfalls zu dieser Zeit hatte Blackrock Pläne für einen Kupfer-ETF verkündet, der bislang noch nicht auf den Markt gekommen ist. Die Mehrheit der bislang verfügbaren Finanzprodukte auf Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel basiert auf Futures. Dadurch entwickeln sich deren Preise teilweise ganz anders als die Metallpreise am Spotmarkt - oft zum Nachteil der Anleger.

Die Idee zu den ersten physisch besicherten Industriemetall-Produkten war entstanden, weil Investoren sich im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise vermehrt für Sachwerte interessierten. Dadurch nahmen die Investitionen in entsprechende Gold- und Silberprodukte stark zu. Im Unterschied zu physisch besicherten Produkten auf Industriemetalle gibt es eine Vielzahl solcher Produkte auf Edelmetalle. Denn aufgrund der höheren Preise pro Tonne bei Gold, Platin, Silber und Co. sind die Lagerkapazitäten, die zur Verwahrung der Portfoliobestände nötig sind, geringer als bei Industriemetallen. Das macht es für die Anbieter einfacher, entsprechende Produkte aufzulegen.

Immer mehr Investoren hatten nach physisch besicherten Industriemetall-Produkten verlangt, um auf steigende Preise setzen zu können. Denn sie waren davon ausgegangen, dass die wachsende Weltwirtschaft - vor allem die chinesische - den Bedarf in die Höhe treiben würden, während das Angebot begrenzt ist. Im Zuge dessen war der Kupferpreis im Februar 2011 auf über 10.000 Dollar pro Tonne gestiegen. Doch angesichts schlechter Konjunkturnachrichten ist die Stimmung gekippt - und der Kupferpreis gefallen: Aktuell kostet eine Tonne des Industriemetalls rund 7960 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie kann ich ETFs vergleichen?

  • So kann man auf elegante Weise jedes, an für sich reichlich vorhandene, Gut künstlich verknappen und den Preis nach oben treiben.
    Umgekehrt kann man den Markt fluten und den Preis nach unten drücken.
    Das hat mit freiem Markt, Angebot und "reale" Nachfrage nichts mehr zu tun!
    Solange das nur mit Gütern passiert, die der Mensch zum Leben nicht braucht, z.B. Gold ist an dem Spiel nichts auszusetzen.
    Wenn es aber um Nahrungsmittel geht wird's meiner Meinung nach kriminell!
    Es ist eine "legale" Manipulation der Märkte, an der sich Einzelne dumm und dusselig verdienen. Die Allgemeinheit zahlt es über höhere Preise!

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