Indexfonds
Anleger bereiten sich auf fallenden Dax vor

In der vergangenen Woche trennten sich viele Investoren von ETFs auf deutsche Aktien. Damit bereiten sie sich auf einen Kursrückgang im Dax vor. Auch von Produkten auf Agrarrohstoffe nahmen Anleger zuletzt Abstand.
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FrankfurtDie Privatanleger am deutschen Markt für börsennotierte Indexfonds (ETFs) haben sich zuletzt für einen Kursrückgang bei deutschen Aktien positioniert. Sowohl langfristig als auch kurzfristig orientierte Investoren verkauften in der vergangenen Woche Dax-ETFs, um Gewinne einzustreichen, wie Daten der Börse Stuttgart am Dienstag zeigten. Einige kurzfristig orientierte Anleger schichteten in Short-ETFs um, mit denen sie von einem fallenden Dax profitieren konnten.

Im Gegensatz zum Heimatmarkt waren andere Aktienmärkte bei den Anlegern gefragt. Nicht nur bei börsennotierten Indexfonds auf den breiten europäischen Markt waren die Käufer in der Überzahl. Auch ETFs auf Schwellenländer, vor allem Lateinamerika, sowie Nordamerika standen bei vielen auf den Einkaufslisten.

Ein Teil des Kapitals, welches die Anleger neu investiert haben, kam neben Dax-ETFs aus Geldmarktfonds. In diesen hatten viele Anleger ihr Geld zuvor zwischengeparkt.

Insgesamt waren die privaten ETF-Anleger zuletzt wieder deutlich aktiver. Über die Börse Stuttgart kauften und verkauften sie in der vergangenen Woche ETF-Anteile im Wert von rund 91 Millionen Euro. In der Vorwoche war der Umsatz mit 51 Millionen Euro auf sein bisheriges Jahrestief 2012 gefallen, weil Anlegern Impulse vom Finanzmarkt gefehlt hatten. Inzwischen hätten Quartalszahlen von US-Unternehmen, die besser als erwartet ausgefallen sind, die Laune der Anleger wieder gehoben, sagen Experten.

Angesichts des starken Preisanstieges bei Agrarrohstoffen haben Anleger zuletzt vor allem auch viel Geld aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) und ähnlichen Produkten (ETCs) auf Weizen, Mais, Soja, Zucker und Co. abgezogen. Über alle Rohstoffsektoren hinweg betrachtet, verlief der Handel mit Agrarprodukten in der vergangenen Woche am lebhaftesten, wie Zahlen von Europas größtem Anbieter für börsennotierte Rohstoffprodukte, ETF Securities, am Dienstag zeigten. Allein aus Agrar-ETFs und -ETCs von ETF Securities zogen Anleger 68 Millionen Euro ab, davon 26 Millionen Euro aus Weizenprodukten. Der ETFS Agriculture, mit dem Anleger auf einen Korb verschiedener Agrargütersetzen können, verbuchte einen Abfluss von 31 Millionen Euro. ETF Securities zufolge war das der höchste Wert seit Oktober 2011.

In den vergangenen Wochen sind die Preise verschiedener Agrarrohstoffe stark angestiegen. Grund dafür ist die Angst vor Ernteausfällen, welche auf den momentanen Dürren in wichtigen Anbaugebieten der USA, Russlands und Australiens beruhen. Die USA leiden nach Angaben der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) unter der schlimmsten Dürre seit 1956. Im Zuge dessen hat zum Beispiel der Weizen-Preis am Terminmarkt seit Anfang Juli um 21 Prozent zugelegt, der Mais-Preis um rund 19 Prozent und der für Soja um zehn Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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