Indexfonds
Australiens Finanzaufsicht stimmt in ETF-Kritik ein

Zu komplex, zu risikoreich, zu wenig transparent - die australische Finanzaufsicht hat sich zu den Kritikern an börsennotierten Indexfonds (ETFs) hinzugesellt. Nun wollen die Aufseher Aufklärung leisten.
  • 0

Frankfurt„ETFs mögen einfach und transparent erscheinen“, schrieb die Australian Securities & Investments Commission (ASIC) am Dienstag auf ihrem Anlegerportal Moneysmart im Internet. „Aber einige ETFs sind komplexe und risikoreiche Investments.“ Um Anleger besser zu schützen, hat die ASIC die aus ihrer Sicht riskanten Eigenschaften von ETFs auf ihrem Anlegerportal zusammengetragen. „Die Risiken eines ETFs können schwer einzuschätzen sein“, schreibt die Behörde dort. Durch das starke Wachstum der Branche kämen immer komplexere Produkte auf den Markt, die unterschiedliche Risiken bergen. Der australische ETF-Markt ist im Vergleich zu dem in Europa oder den USA noch deutlich kleiner, wächst jedoch sehr stark.

In den vergangenen Monaten hat die Kritik an ETFs zugenommen, weil sie Institutionen wie dem Finanzstabilitätsrat, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, dem Internationalen Währungsfonds oder der Bank of England zu undurchsichtig erscheinen.

An derivatebasierten ETFs kritisierten diese Institutionen, dass durch die darin enthaltenen Swap-Geschäfte für Anleger in vielen Fällen kaum nachvollziehbar sei, welche Risiken bei welcher Bank lägen. An ETFs, welche die Indexpapiere tatsächlich in den Portfolios halten, bemängeln sie, dass die Wertpapiere teilweise vorübergehend an andere Marktteilnehmer ausgeliehen würden. Dies könne die Wertentwicklung ebenso gefährden wie Ausfälle bei Swap-Geschäften. Die ASIC hat sich dieser Kritik nun angeschlossen.

Die Behörde kritisiert darüber hinaus, dass ETFs ihre Versprechen, die Wertentwicklungen von Indizes eins zu eins abzubilden, nicht immer einhalten. Händler stellten für die Fonds teilweise Preise, die deutlich von denen der Papiere aus den zugrundeliegenden Indizes abwichen. Auch Produkte wie Exchange Traded Notes (ETNs) oder Exchange Traded Currencies (ETCs), die zwar ähnliche Namen wie ETFs aber zum Teil ganz unterschiedliche Risiken besitzen, sind der Behörde ein Dorn im Auge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Indexfonds: Australiens Finanzaufsicht stimmt in ETF-Kritik ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%