Indexfonds
Casam nimmt deutschen ETF-Markt ins Visier

Der französische ETF-Anbieter Credit Agricole Structured Asset Management (Casam) drängt auf den deutschen ETF-Markt.
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rtr FRANKFURT. "Um deutsche Kunden zu gewinnen, werden wir Anfang 2010 ein spezielles ETF-Vertriebsteam in Frankfurt aufbauen", sagt Valerie Baudson, die das ETF-Geschäft von Casam leitet. Zudem will Casam im ersten Halbjahr 2010 einen Großteil seiner aktuell 65 Produkte erstmals an der Frankfurter Börse listen lassen.

Rund drei Viertel des europäischen ETF-Marktes - gemessen am verwalteten Vermögen - vereinen die Anbieter Blackrock, Lyxor und Deutsche Bank auf sich. Casam will die drei Platzhirsche vor allem über den Preis angreifen. "Viele Investoren haben uns gesagt, dass ihnen ETFs noch zu teuer sind", sagte Baudson. "Daher ist es unser Ziel, bei der Gesamtkostenquote im Schnitt zwanzig Prozent unter den Wettbewerbern zu liegen."

Im Januar wird Casam nach eigenen Angaben dreizehn neue ETFs auf den Markt bringen. "Wir haben einige dieser Produkte für die Bedürfnisse deutscher Investoren entwickelt, da wir diese besonders stark ansprechen wollen", sagte Baudson. Als Kunden habe das Unternehmen ausschließlich professionelle Anleger im Blick. "Insbesondere Dachfonds sind eine unserer wichtigsten Zielgruppen."

Die Offensive auf dem deutschen Markt soll ein Teil von Casams europaweiter Wachstumsstrategie sein. Credit Agricole bietet zwar seit 2001 ETFs in Frankreich an. Allerdings beschränkte sich das Angebot bis 2007 auf drei Produkte, während viele Wettbewerber sehr stark expandiert haben. "Bis 2012 wollen wir unser verwaltetes ETF-Vermögen von momentan 3,2 Milliarden Euro auf zehn Milliarden Euro steigern", sagte Baudson. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Anbieter seine ETF-Palette bis Ende 2010 auf rund 100 Produkte erweitern. "Was uns noch komplett fehlt, sind Rohstoff-ETFs. Außerdem werden wir unser Aktienfondsangebot ausbauen."

Wie bei fast allen bestehenden ETFs werde Casam auch bei den neuen Produkten ausschließlich auf Swap-Konstruktionen setzen. Die Fonds halten die Indexpapiere also nicht im Portfolio, sondern sichern deren Wertentwicklung über Swap-Geschäfte mit der Mutterbank Credit Agricole ab.

Casam will weiterhin ausschließlich ETFs auf Total-Return-Indizes anbieten, in deren Wertentwicklung ausgeschüttete Erträge wie Dividenden oder Zinsen einfließen. "Das beschert den entsprechenden ETFs einen möglichen Performancevorteil gegenüber Produkten auf Preisindizes", sagte Baudson.

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