Indexfonds
Einfach war gestern

M anchmal kann einfach ganz schön kompliziert sein. Auf Indexfonds trifft das zu. Vor 13 Jahren kamen die eigentlich leicht zu verstehenden Produkte auf den Markt. Doch ganz so einfach sind ETFs nicht mehr.
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Düsseldorf"Einfach, transparent, flexibel", wurden die Exchange Traded Funds (ETFs) beworben. Doch inzwischen gibt es viele Indexfonds, die zwar transparent und flexibel sind, aber nicht mehr einfach.

Die Société-Générale-Tochter Lyxor hat beispielsweise einen Indexfonds auf den Markt gebracht, der auf Volatilität - also die Schwankungsintensität der Aktienindizes - setzt und dann gewinnt, wenn es an den Börsen besonders turbulent zugeht. Der Lyxor ETF Dynamik Long Vix bildet den US-Volatilitätsindex Vix ab. Der misst die von den Marktakteuren erwartete Schwankungsintensität des SP 500 über die kommenden 30 Tage. Ein hoher Wert lässt auf einen unruhigen Markt schließen.

Der Vix ist also eine Art "Angstbarometer". Mit diesem Lyxor-ETF können Anleger ihr Depot gegen plötzliche Schocks absichern. "Nachgefragt werden solche Produkte allerdings vor allem von institutionellen Investoren", sagt Hermann Pfeifer, Deutschland-Chef von Lyxor.

Seit einiger Zeit bieten die Franzosen auch ETFs auf alternativ gewichtete Indizes an. Damit sind sie nicht alleine. Andere Emittenten wie beispielsweise Ossiam, eine Tochter von Natixis Global Asset Management, offerieren solche Papiere ebenfalls. Die ETFs bilden Indizes ab, die nicht wie bisher üblich nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, sondern nach anderen Kriterien. Beispielsweise sind alle Aktien des Index gleich gewichtet.

Eine spannende Strategie, findet Götz Kirchhoff. "Wir bieten unseren Kunden solche Strategien ebenfalls an", sagt der Gründer der Vermögensverwaltung Avana Invest. "Große und kleine Werte werden zu gleichen Teilen ins Depot gelegt, Aktien mit höherer Marktkapitalisierung sind nicht mehr automatisch höher gewichtet - was übrigens erwiesenermaßen eine bessere Performance bringt."

Kirchhoff gehörte zu den Geburtshelfern des ETF-Marktes. Dass heute auch kompliziertere Strategien mit börsengehandelten Indexfonds abzubilden sind, findet er grundsätzlich gut. "ETFs auf gleichgewichtete Indizes sind auch für Privatanleger ein gutes und leicht zu verstehendes Produkt", sagt er. "Kreditindizes, Rohstoffstrategien, Volatilitätsindizes oder Short ETFs sind eher Produkte für institutionelle Investoren; von diesen ETFs sollten Privatanleger die Finger lassen."

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