Indexfonds
Kampf um die Orders der Kunden

Indexfonds werden oft ganz anders gehandelt als Publikumsfonds und klassischen Wertpapiere: Die Börsen bleiben teilweise gleich ganz außen vor, und manche Banken verwehren ihren Kunden den Zugang zum Indexfonds-Markt komplett.

Das Wachstum der in Indexfonds verwalteten Vermögen hat auch den Wettbewerb der europäischen Handelsplätze für Indexfonds in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Insgesamt 17 Börsenplätze konkurrieren derzeit um die Orders der Kunden und setzten allein im ersten Quartal des laufenden Jahres rund 87 Mrd. Euro mit Indexfonds, kurz: ETFs, um.

Ein enges Rennen um die Marktführerschaft liefern sich dabei das XTF-Segment der Deutschen Börse mit einem kumulierten Marktanteil von 37 Prozent im ersten Quartal 2008 und die Nexttrack-Plattform der Mehrländerbörse Euronext mit einem Marktanteil von 34 Prozent. Es folgen die Borsa Italiana mit einem Umsatzanteil von 12 Prozent, die London Stock Exchange mit sechs Prozent und die schweizerische SWX-Plattform mit fünf Prozent.

Der Handel von ETFs und der Wettbewerb der Handelsplätze untereinander weisen dabei in Abgrenzung zu Aktien oder Publikumsfonds einige strukturelle Besonderheiten auf. Obwohl die gängige Bezeichnung "ETF" für "Exchange Traded Funds" den Börsenhandel bereits im Namen trägt, sparen sich viele professionelle Anleger den Weg über die Börse, um Anteile an einem Indexfonds zu erwerben oder zu verkaufen. "Nur rund ein Viertel des Ordervolumens mit Indexfonds wird in Europa über Börsen abgewickelt", schätzt Raimar Dieckmann, Analyst bei Deutsche Bank Research. Die übrigen drei Viertel handeln Profis im direkten Austausch mit den Indexfonds-Anbietern in einem sogenannten Creation- & Redemption-Prozess. "Dabei tauschen Anleger Barmittel oder Wertpapierkörbe gegen ETF-Anteile und umgekehrt", erläutert Dieckmann.

Je nach Richtung der Transaktion werden ETF-Anteile geschaffen (Creation) oder wieder eingelöst (Redemption). "Für größere Investitionsvolumina wenden sich Marktteilnehmer daher direkt an die Anbieter", sagt Dieckmann. Privatanleger sind in diesem Geschäft allerdings außen vor, sie gehen den Weg über die Börsenplätze.

Auch deren Wettbewerb untereinander weist Unterschiede zu anderen Wertpapieren auf. Den meisten Indexfonds ist mit wenigen Ausnahme nationaler Indizes wie etwa Dax oder MDax kein direkter Heimatmarkt zugeordnet. So ist der liquideste Handelsplatz für die Siemens-Aktie naturgemäß Deutschland und für die General-Electric-Aktie die Börse New York. Für die meisten Indexfonds gibt es hingegen vor allem im Zeitalter länderübergreifender Aktien-, Anleihen- und Rohstoffindizes wie Euro Stoxx 50, MSCI World und Branchenfonds keinen direkten Handelsplatz. Daher obliegt es in einem ersten Schritt auch dem Anbieter eines Indexfonds, an welchem Börsenplatz er seine Produkte handeln lässt.

Seite 1:

Kampf um die Orders der Kunden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%