Indexfonds machen das Rennen
Aktiv verwaltete Fonds kommen aus der Mode

Aktiv verwaltete Investmentfonds gehörten in den USA lange Jahre zu den beliebtesten Fonds. Inzwischen werden vielen Anlegern die Gebühren für die Fondsverwaltung zu hoch, zumal die Renditen oft nicht besser ausfallen als bei passiv investierenden Indexfonds. Diese bilden die Wertentwicklung ganzer Märkte oder Marktsegmente ab und sind im Vergleich wesentlich billiger.

HB NEW YORK. Die US-Fondsgesellschaft Fidelity Investment etwa öffnete unter Führung des legendären Edward C. "Ned" Johnson ihr einstiges Flaggschiff, den Magellan-Fonds mit einem Anlagevolumen von noch 41 Mrd. Dollar (27 Mrd. Dollar) im Januar erstmals seit einem Jahrzehnt für neue Investoren. Die Hoffnungen der Fondsgesellschaft auf neue Mittelzuflüsse wurden jedoch enttäuscht. Insgesamt zogen Anleger 1,8 Mrd. Dollar ab. Ähnlich ging es dem 29 Mrd. Dollar schweren Dodge & Cox Balanced Fund, der seit März wieder neuen Anlegern zur Verfügung steht. Er musste Mittelabflüsse im Volumen von 824 Mill. Dollar hinnehmen.

In der Beliebtheit bei den Anlegern werden aktiv verwaltete Fonds, bei denen ein Fondsmanager Aktien selektiv herauspickt, inzwischen deutlich von Indexfonds übertroffen. In den zehn Monaten bis Ende April investierten Anleger per Saldo 88 Mrd. Dollar in aktiv verwaltete Fonds. In Fonds, die die Wertentwicklung von Index abbilden, flossen dagegen 178,6 Mrd. Dollar, wie Daten des Analysehauses Financial Research aus Boston zeigen. In börsennotierte Fonds (ETF) steckten Anleger per Saldo 127,9 Mrd. Dollar.

Die Gebühren für Indexfonds liegen deutlich unter denen aktiv verwalteter Fonds, kommen sie doch ohne Experten aus, die nach Wertpapieren mit überdurchschnittlichen Kursaussichten suchen. Die Summe von 10 000 Dollar anzulegen, kostet bei Aktiv- Fonds 137 Dollar, wie Daten des Fondsbeobachters Morningstar zeigen. Bei Indexfonds betragen die Gebühren im Mittel 76 Dollar, bei ETFs 49 Dollar. Von der Wertentwicklung werden die Gebührenunterschiede indessen oft nicht widergespiegelt. "Nur sehr wenige Aktiv-Fonds entwickeln sich tatsächlich besser als Indexfonds", sagt Bob Frey, Gründer des US-Vermögensverwalters Professional Financial Management aus Montana.

Beispiel Magellan: Vergangenes Jahr fuhr Fondsmanager Harry Lange zwar eine Rendite von 18,8 Prozent ein und schlug damit die Durchschnittsperformance der US-Börsen deutlich, denn der breite Aktienindex Standard & Poor's 500 stieg nur 5,5 Prozent. Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre brachte das frühere Flaggschiff von Fidelity aber nur einen annualisierten Ertrag von 3,38 Prozent. Zum Vergleich: Der Indexfonds Vaguard-500 vom US Vanguard Group-Anbieter kam auf eine Rendite von 3,71 Prozent.

Laut Morningstar haben sich in den vergangenen fünf Jahren 59 Prozent der aktiv verwalteten Aktienfonds schwächer entwickelt als die Vergleichsindizes, an denen sie sich messen. "Es gibt keinen Grund, drei bis viermal mehr bezahlen, um dann ein unterdurchschnittliches Ergebnis zu erhalten", sagt Derek Imes von Principia Investment Advisors, einem auf vermögende Kunden spezialisierten Anlageberater.

Selbst Stars unter den Fondsverwaltern haben angesichts der jüngsten Marktturbulenzen im vergangenen Jahr daneben gelegen. Der Manager des 12 Mrd. Dollar schweren Legg Mason Value Trust, Bill Miller, hat mit seinen Anlageentscheidungen in den vergangenen zwölf Monaten 31 Prozent Verlust eingefahren. Bis 2006 hatte er den breit gefassten S&P-500-Index 15 Jahre in Folge übertroffen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat Fidelity inzwischen bei einigen Fonds die Gebühren gesenkt und Indexprodukte eingeführt.

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