Indexfonds
Mit ETFs erfolgreich für das Alter ansparen

Die Altersvorsorge ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Die Produkte sind ebenso vielfältig wie kompliziert. Doch es gibt auch einfache und flexible Bausteine für Vorsorgesparer: börsengehandelte Indexfonds.
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DÜSSELDORF. Eine geräumige Eigentumswohnung, Reisen in exotische Länder, regelmäßige Theater- und Konzertbesuche - das wünschen sich viele Menschen für ihren Ruhestand. Doch die Realität sieht oft anders aus. Es fehlt das Geld, nicht nur um luxuriöse Extras zu finanzieren, sondern auch um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Immer mehr Menschen machen sich große Sorgen um ihr Leben im Alter. Denn dass die gesetzliche Rente ausreichen wird, glaubt kaum noch jemand. Wer seinen Lebensstandard halten möchte, muss privat vorsorgen. Produkte für die private Altersvorsorge gibt es viele - mit und ohne staatliche Förderung, mit und ohne Kapitalgarantie.

Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) hat in einer Studie untersucht, was ETF-Sparpläne im Vergleich zur Riester- oder Rürup-Rente bringen. "Staatlich geförderte Private Altersvorsorge: Alternativlos oder überflüssig?" haben die Experten ihr Werk überschrieben. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Exchange Traded Funds (ETFs) eine "neue und interessante Lösung" seien. Neben den klassischen Altersvorsorgeprodukten können Anleger mit den börsengehandelten Indexfonds zusätzlich privat vorsorgen oder sogar ihre Altersvorsorge komplett selbst aufbauen.

"Das Potenzial von ETFs für die private Altersvorsorge ist noch weitgehend ungenutzt. Indexfonds haben das Zeug dazu, aktive Fonds bei der Altersvorsorge abzulösen", sagt Thomas Meyer zu Drewer, der das ETF-Geschäft von Lyxor Asset Management in Deutschland und Österreich leitet und in dessen Auftrag die Studie entstand. Vor allem für Anleger, die über einen Riester-Vertrag hinaus vorsorgen wollen, um ihre Rentenlücke im Alter weiter zu schließen, seien ETFs eine optimale Möglichkeit.

Und diese Rentenlücke wird immer größer. Der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg merkte kürzlich an, dass in Deutschland der demografische Wandel weltweit am weitesten fortgeschritten sei. Der Wissenschaftler der Universität Bielefeld rechnete für die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland vor, dass das Rentenniveau bis Mitte dieses Jahrhunderts unter aktuellen Annahmen für Geburtenraten, Alter der Menschen und Zuwanderung auf 30 Prozent des letzten Einkommens gesenkt werden müsste, wenn der Beitragssatz bei rund 20 Prozent des Bruttoeinkommens bleiben solle. 1996 betrug das Rentenniveau noch 70 Prozent des letzten Einkommens. Dramatische Zahlen, die zum Handeln zwingen.

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  • besser als verfressen oder versaufen wäre allerdings, das Geld selbst anzulegen, ohne berater und die inflationären Finanzprodukte aus der ideenschmiede der Produktunternehmen, wo es eh nur um die Frage geht, wie man am besten an das Geld der Anleger kommt.
    Wer als Anleger mehr Zeit in das eigene Geld investiert, wird z.b. mit dem Onlinehandel von Aktien (1 Jahr Musterdepot, Cash aufbauen, wesentliche Handgriffe lernen, dann los) bei technisch reduziertem Risiko, erfreulich beruhigende Werte für seine spätere Altersrente erwerben können...

  • So, so ... da haben sich die "Mietmäuler" wieder mal darüber ausgelassen (für welchen Auftraggeber mietmäulen die denn bittschön???), was die "sheeple" so alles mit ihren paar Kröten machen sollen, damit dieses im Rachen der Finanzindustrie verschwinden soll. Da kann man doch bezüglich des Artikels nur einen Rat geben:"Expertenmeinungen des institutes mit minus eins multiplizieren und die paar Kröten besser verfressen, versaufen und maximal viel Spass haben!"

  • Anfang falsch - alles falsch?
    Aus dem hier veröffentlichten Artikel wird wieder einmal klar, wie wenig auch vermeintliche "Experten" sinnvolle Ratschläge zur Altersvorsorge geben. Denn die meisten bundesbürger werden im Ruhestand das gleiche Problem haben. Wie finanziere ich meine Lebenshaltungskosten? Lebenslang! Also egal ob man 75, 85, oder 105 Jahre alt wird. bei einer kurzen Überlegung drängt sich folglich eine weitere Frage auf: Was ist besser? Wenn am Ende des Lebens noch etwas Kapital oder wenn am Ende des (z.b. mit ETF angesammelten) Kapitals noch etwas Leben vorhanden ist.?
    Wer also voraussichtlich keine Versorungslücke zu erwarten hat, der kann sein Geld mit Kapitalanlageprodukten (ETF etc.) aufs Spiel setzen. Wer allerdings eine Versorgungslücke zu erwarten hat, der wird vorrangig erst einmal diese Lücke schließen wollen. Nämlich mit Risikovorsorgeprodukten (für ein langes Leben). Weitere grundätzliche Überlegungen finden sich übrigens in dem buch "Riester-, Eichel- oder Rüruprente?", boD-Verlag.

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